Seit vergangenem Sommer leitet Uwe Diehl den Vertrieb bei der Gesellschaft Eyb & Wallwitz, welche die Phaidros-Fonds anbietet. Zuvor war Diehl Geschäftsführer und Vertriebschef von Axa Investment Managers für Deutschland und Österreich. Im Interview mit FONDS professionell ONLINE berichtet er, wie das Geschäft bei der Boutique lief und welche Pläne er für den Vertrieb hat.


Herr Diehl, wie kam Ihr Haus durch die vergangenen Monate?

Uwe Diehl: Für uns lief es sehr gut. Im Jahr 2020 konnten wir das verwaltete Vermögen um 43 Prozent auf fast 2,6 Milliarden Euro steigern. Gut ein Drittel des Zuwachses entsprang der Marktentwicklung, die anderen beiden Drittel Nettomittelzuflüssen. Hier zeigte sich insbesondere das Geschäft mit institutionellen Investoren stark.

Die Corona-Marktturbulenzen vor einem Jahr belasteten Ihr Haus nicht?

Diehl: Nein, bei uns blieb es eigentlich recht ruhig. Unsere Kunden hielten weitgehend die Füße still. Sie beobachteten in der heißen Phase, was in den Portfolios passiert, und warteten in aller Ruhe ab. Natürlich versorgte unser Vertriebsteam die Kunden stets mit Informationen. Doch die meisten Anleger folgten unserem Rat und machten einfach gar nichts.

Was war der Grund für die Gelassenheit?

Diehl: Unser Angebot konzentriert sich im Kern auf zwei Strategien: Aktien und Hochzinsanleihen. Aus diesen leiten wir vier Fonds und weitere Mandate ab. Mit nur zwei Strategien im Sortiment haben wir die Kapazität, diese sehr ausführlich erklären zu können. Die Kunden wissen, was sie bei uns bekommen.

Warum beschränken Sie sich auf so wenige Ansätze?

Diehl: Für Eyb & Wallwitz ist das eine Frage der Glaubwürdigkeit. Wir bieten nur das, was wir auch glaubwürdig vertreten und wo wir den Ansprüchen der Kunden gerecht werden können. Wir rennen keinen Modeerscheinungen hinterher. Unsere Devise lautet: Auf das konzentrieren, was man kann – und alles andere weglassen.

Weshalb setzen Sie auf Aktien und Hochzinsanleihen?

Diehl: Die Welt hat sich verändert. Immer mehr Anleger erkennen, dass sie beim herkömmlichen Umgang mit Risiko und Renditen in Zukunft nicht mehr glücklich werden. Wir wiederum investieren nur in Anlagen, die zumindest Chancen auf eine Rendite versprechen. Deshalb lassen wir zum Beispiel Staatsanleihen weitgehend außen vor, da sich hier auf absehbare Zeit kaum mehr die Möglichkeit eröffnet, auskömmliche Renditen zu erwirtschaften.

Hegen Sie bestimmte Pläne im Vertrieb?

Diehl: Einerseits wollen wir das institutionelle Geschäft deutlich ausbauen. Dafür verstärken wir uns auch personell. Andererseits stützen wir uns auf eine breite Basis unter freien Finanzberatern und Vermögensverwaltern. Wir versuchen, einen engen Kontakt zu pflegen – was wegen Corona ja leider nur telefonisch oder per Video möglich ist. Trotz unserer Initiativen im institutionellen Bereich werden wir unsere breite und solide Basis bei Endkundenberatern nicht vernachlässigen. Zudem sind wir dabei, im Sektor der Genossenschaftsbanken zuzulegen. Dort platzieren wir gerade unsere Mischfonds.

Rechnen Sie sich dort denn Chancen aus? Die Volks- und Raiffeisenbanken verfügen mit den Union-Investment-Mischfonds doch schon über ein breites Angebot.

Diehl: Bei den Genossenschaftsbanken gibt es schon länger den Trend, auch Drittprodukte anzubieten. Gerade größere Institute machen dies immer häufiger. Wir stützen uns dabei auf eine Kooperation mit der Attrax, die uns auf ihre Empfehlungsliste nahm. Bei den Genossenschaftsbanken treffen gute Ideen grundsätzlich auf einen sehr fruchtbaren Boden. Je nachdem, wie sich das Geschäft entwickelt, werden wir auch hier weiterhin Personal aufstocken, um den Service kontinuierlich zu verbessern. Da müssen wir Gas geben und dranbleiben, um unserem Serviceversprechen dauerhaft gerecht zu werden.

Vielen Dank für das Gespräch. (ert)