Wer glaubt, dass Sparer wegen der Niedrigzinsen keine Angebote mehr vergleichen müssten, irrt. Zinstechnisch liegen Welten zwischen den besten und den schlechtesten Festgeldangeboten, zeigt eine Untersuchung von Weltsparen, einer Marke des Tages- und Festgeldvermittlers Raisin.

Das gilt für Banken in ganz Europa. So liegt in Deutschland der Zins für einjähriges Festgeld in Höhe von 10.000 Euro aktuell zwischen 70 Cent und 70 Euro. Noch größer ist die Differenz in Spanien: Schlimmstenfalls bekommen Sparer für 10.000 Euro Festgeld über ein Jahr überhaupt keine Zinsen – bestenfalls können sie 97 Euro vereinnahmen.

Im Schnitt fließen die höchsten Zinsen innerhalb Europas in Großbritannien, Schweden, Norwegen, Italien und Polen. Die niedrigsten Zinsen bekommen Bankkunden in Irland, Österreich, Belgien und Italien. Generell sollten sich Sparer, egal in welchem Land, von Großbanken eher fernhalten, zeigt die Analyse: Die großzügigsten Zinsen gibt es nicht bei den Platzhirschen.

Durchschnittszinsen sinken weiter
Studien zur Zinshöhe deuten immer wieder darauf hin, wie wichtig es ist, bei Tages- und Festgeld auf das richtige Institut zu setzen und gegebenenfalls auch die Bank zu wechseln. Angebotsvergleiche werden umso wichtiger, als dass die durchschnittlichen Zinssätze in Europa zuletzt weiter nachgegeben haben. "Gemäß den neuesten Daten der Europäischen Zentralbank verlieren fast alle Länder bei Festgeldanlagen mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr an Boden", melden die Experten von Weltsparen.

Besonders dramatisch ist die Lage für Unternehmen. Diese zahlen bereits in den meisten europäischen Ländern Negativzinsen auf Bankguthaben. Deutschland führt mit durchschnittlich minus 0,34 Prozent auf Einlagen von Firmenkunden die Negativ-Liste an. (fp)