Die Finanzmarktaufsicht (FMA) Liechtenstein hat der Sikura Leben mit sofortiger Wirkung die Bewilligung entzogen. Zudem ordnete sie an, dass der Versicherungsbestand des in Deutschland und Liechtenstein aktiven Fondspolicenspezialisten auf die Quantum Leben übertragen wird. Die Aufsicht begründete ihr Eingreiffen in einer Mitteilung damit, dass das "direkte und indirekte Aktionariat der Sikura Leben die aufsichtsrechtlichen Anforderungen nicht mehr erfüllte". Damit habe dieses keine Gewähr für eine solide und umsichtige Führung des Unternehmens geboten.

Der Schritt war absehbar. Im vergangenen Dezember setzte die FMA nach eigenen Angaben die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young als Sonderbeauftragte bei der Sikura Leben ein. Der Anlass seien Zweifel an der finanziellen Stärke und der persönlichen Integrität der Aktionäre der Gesellschaft gewesen. Bereits am 25. September 2018 hatte die Liechtensteiner Aufsicht dem Versicherer verboten, "Verfügungen zu Lasten des Gesellschaftsvermögens an Aktionäre und Nahestehende" zu machen. Mit einer Verfügung vom 24. Juni 2019 untersagte die FMA dann den Abschluss neuer Versicherungsverträge. 

Für die Kunden der Sikura Leben solle sich bis auf den Vertragspartner nichts ändern. Die Verträge laufen unverändert bei der Quantum Leben weiter. Diese tritt in alle Rechte und Pflichten der Sikura Leben ein. Mit den Policen werden auch die dafür vorgesehenen Mittel auf den neuen Versicherer übertragen. (jb)