Die Concept IF-Gruppe macht sich für die Nutzung der DIN 77230 "Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte" stark. Der Finanzdienstleister, der unter anderem als Assekuradeur Deckungskonzepte entwickelt und vertreibt, bietet Maklern um bis zu zehn Prozent höhere Provisionen als im Moment üblich. Voraussetzung: Sie arbeiten nach der Norm und weisen das mittels einer Zertifizierung als "Spezialist/in für die private Finanzanalyse - DIN 77230" nach. Solche Zertifizierungen bietet die Heidelberger Defino um Geschäftsführer Klaus Möller an, die die Norm angestoßen haben.

"Die DIN-Norm ist für uns ein Qualitätsnachweis für eine hochwertige und umfassende Beratung", sagt Jan Bergmann, Leiter Produktmanagement bei der Concept IF in einer Pressemitteilung. "Wir honorieren die Bemühungen jener Makler, die sich dem Zertifizierungsprozess unterziehen und die DIN 77230 im bestmöglichen Interesse der Kunden anwenden." Die DIN-Norm schaffe eine gute Grundlage dafür, denn sie legt fest, welche Daten Vermittler für eine Basis-Finanzanalyse von Privathaushalten erheben sollten und wie sie die individuellen Risiken und Notwendigkeiten der Haushalte identifizieren können.

Absicherung von beruflichen Risiken
Concept IF, die unter anderem Absicherungen für die persönliche Haftung eines Managers oder Geschäftsführers – sogenannte "D&O-Policen" – bietet, schreibt in der Mitteilung weiter, dass Makler im Rahmen der DIN-Analyse alle Risiken ihrer Kunden aufdecken, Versorgungslücken rechtzeitig schließen und Haftungsrisiken minimieren könnten. 

"Dazu ein Beispiel: Die Frage nach den persönlichen Risiken aus einer Manager- oder Geschäftsführertätigkeit wird bei der Bestandsaufnahme im Rahmen der Basis-Finanzanalyse seit Neuestem auch gestellt. Privatpersonen müssen daher von nun an auch über Haftungsrisiken aus ihrer Berufstätigkeit informiert werden, da sie mit ihrem gesamten Privatvermögen haften, wenn sie ihre Pflichten als Geschäftsführer oder Vorstand verletzen. Die DIN-Norm hilft ein bisheriges Defizit in der Privatkunden-Beratung zu beseitigen", heißt es dort wörtlich.

Politik macht sich auch für Norm stark
Zudem weiß Concept IF mit dem Vorstoß zu höheren Provisionen bei der Norm-Nutzung auch die Politik hinter sich. Aber der Reihe nach: Der Referentenentwurf zum Provisionsdeckel bei Lebensversicherungen sieht vor, dass Abschlussprovisionen auf 2,5 Prozent der Beitragssumme begrenzt werden. Allerdings lassen die Beamten des Bundesfinanzministeriums Courtagen bis zu vier Prozent zu, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. Der Referentenentwurf zählt vier solcher Gründe auf, unter anderem Maßnahmen zur Gewährleistung einer hochwertigen und umfassenden Beratung im bestmöglichen Interesse der Kunden. 

Im Begründungsteil des Entwurfes heißt es weiter, dass zur Beurteilung einer hochwertigen und umfassenden Beratung als Maßstab auch die DIN-Norm 77230 "Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte" in Betracht komme, "die branchenübergreifend Grundlage für eine hochwertige Finanzberatung ist." Mit anderen Worten: Wenn gebundene oder freie Vermittler gemäß der Norm beraten, können sie bis zu vier Prozent Abschlussprovisionen fordern. (jb)