Je länger sich die Corona-Krise hinzieht, desto stärker drückt sie bei den Menschen aufs Gemüt. Das macht sich auch in Finanzfragen bemerkbar. So zeigten sich die Deutschen im vergangenen Jahr trotz Corona-Crash und Kurzarbeit einigermaßen zuversichtlich, was ihre privaten Finanzen anging. Mehr als zwei Drittel der Befragten sahen sich in einer Umfrage im Auftrag der Investmentgesellschaft Fidelity finanziell gut abgesichert. Ein Jahr später hat der Optimismus sichtlich nachgelassen: Im März 2021 fühlten sich nur noch 42 Prozent der Umfrageteilnehmer finanziell gut gewappnet für die Zukunft. Vor allem bei Frauen, die in der Pandemie mehr denn je die Hauptlast bei der Kinderbetreuung stemmen, ist die finanzielle Zuversicht deutlich gesunken.

"Innerhalb weniger Monate hat die finanzielle Zuversicht der Deutschen deutlich abgenommen. Unser Verantwortungsbarometer zeigt, dass die Corona-Krise ihre Spuren hinterlässt", kommentiert Fidelity-Deutschlandchef Alexander Leisten. Das vergangene Jahr sei noch von verhaltenem Optimismus geprägt gewesen – inzwischen machten sich aber immer mehr Bundesbürger Sorgen über ihre derzeitige und künftige finanzielle Lage. "Das ist ein alarmierendes Signal, auch im Hinblick auf die ohnehin ungewisse Absicherung vieler Menschen im Alter", warnt Leisten.

Corona macht Rentenreform noch wichtiger
Die Krise macht sich auch in der Altersvorsorge bemerkbar. Unter jenen Bürgern, die nicht privat für den Ruhestand vorsorgen, nennen immer mehr Menschen Geldmangel als Grund. Im vergangenen Jahr konnten sich 41 Prozent der von Fidelity Befragten nach eigenen Angaben keine private Altersvorsorge leisten. Im laufenden Jahr sind es bereits 58 Prozent. Damit ist Geldmange mit Abstand der häufigste Grund, keine finanzielle Absicherung aufzubauen. Leisten sieht die Regierung in der Pflicht, Abhilfe zu schaffen: "Der Staat muss die Altersvorsorge auf ein breiteres Fundament stellen und die private Vermögensbildung stärker fördern", sagt er. "Die Corona-Krise hat die Dringlichkeit der Reform des gesamten Systems noch einmal verdeutlicht." (fp)