Das Hereinbrechen der Corona-Pandemie hat die Aufmerksamkeit vieler Anleger auf Investmentkonzepte gelenkt, die in der Lage waren, ihre Anleger während der vergangenen acht Wochen vor dem zeitweise massiven Verfall der Kurse zu schützen. Die von dem Krefelder Finanzplaner Rolf Klein initiierte Fondsvermögensverwaltung namens Target Managed Depot AR gehört zu diesen Konzepten. Wir wollten wissen, was hinter dem Konzept steckt.


Herr Klein, die Anleger in Ihrer Fonds-Vermögensverwaltung haben seit Jahresbeginn nur einen leichten Rückgang um nicht einmal ein Prozent ihrer Investments hinnehmen müssen. Damit haben Sie Ihre Kunden vor der Achterbahnfahrt, wie sie etwa der Referenzindex "Mischfonds Euro flexibel – Global" von Morningstar gezeigt hat, bewahrt. Wie geht sowas?

Rolf Klein: Im Grunde ist diese Entwicklung Sinn und Zweck dieses Anfang 2019 initiierten Konzepts. Nicht umsonst verfolgen wir dabei einen Absolute Return-Ansatz, der unsere Herangehensweise kennzeichnet. Ziel unserer Strategie ist es, auch bei eventuell gleichzeitig fallenden Aktien- und Rentenmärkten, wie wir es in der jüngsten Zeit erlebt haben, die Verlustrisiken möglichst gering zu halten, im Idealfall sogar davon in Form von Zugewinnen zu profitieren. Die jüngsten Ergebnisse sind daher aus unserer Sicht ein wichtiger Beleg dafür, dass die Kombination aus Konjunkturzyklen-Analyse, Fondsresearch und Diversifikation über die Korrelationsanalyse, auf die wir setzen, auf jeden Fall funktioniert hat.

Wie muss man sich Ihr Modell in der praktischen Umsetzung vorstellen?

Klein: Neben einem Schwerpunkt auf ausgesuchten vermögensverwaltenden Zielfonds kommen bei unserem Konzept auch sogenannte Short-ETFs zum Einsatz, um damit während bestimmter Phasen wie in der jüngsten Korrektur über die taktische Vermögensallokation einerseits eine gute Absicherung gegen Aktienkurs-und Zinssteigerungsrisiken, möglichst sogar Zugewinne für unsere Kunden zu erzielen. Die Entscheidung, wann solche Instrumente wie Short-ETFs zum Einsatz kommen, treffen wir auf der Basis der ständigen Beobachtung von makroökonomischen Daten in unserer Konjunkturzyklen-Analyse.

Aber auch Sie haben doch sicher keine Kristallkugel, die Sie zu Jahresbeginn vor der ab Mitte Februar einsetzenden Korrektur gewarnt hätte, oder?

Klein: Es stimmt, dass auch wir nicht über eine solche wundersam wirkende Kristallkugel verfügen. Andererseits waren die Zeichen, die auf eine bevorstehende Korrektur an den Kapitalmärkten hingedeutet haben, bei genauem Hinsehen schon vor der Corona-Thematik, die am Ende nur so etwas wie der Auslöser war, für einen aufmerksamen Beobachter erkennbar. Nicht nur das Wirtschaftswachstum sowohl in den Schwellenländern als auch in den Industrienationen befand sich doch bereits in einer Zeit, da noch niemand die Corona-Pandemie so richtig auf dem Schirm hatte, schon im Rückwärtsgang. Ganz abgesehen von Problemen, die sich durch den zwischenzeitlich ja nur auf Eis gelegten Handelskonflikt zwischen USA und China andeuteten. Und das vor dem Hintergrund der nach wie vor ungelösten Brexit-Problematik und einer schon vor der aktuellen Krise immer weiter gestiegenen Verschuldung in der Welt. Das ist im Grunde nur ein Ausschnitt der Faktoren, die uns insgesamt schon im Januar veranlasst hatten, die Aktienquote im Fonds deutlich zu verringern zugunsten von Absicherungs-Positionen über Short-ETFs.

Von Ihrem formulierten Ziel einer jährlichen Rendite von fünf Prozent sind Sie dennoch derzeit ein Stück weit entfernt.

Klein: Da mögen Sie recht haben, aber wir halten dennoch an diesem Ziel fest. Wir alle wissen doch, dass die Börse keine Einbahnstraße ist. Deshalb kommunizieren wir unseren Anlegern von vornherein, dass sie einen Anlagehorizont von wenigstens fünf Jahren mitbringen sollten. Sobald unsere Erwartungen hinsichtlich der weiteren Kursentwicklung an den Börsen wieder deutlich zuversichtlicher ausfallen sollten, werden wir die Aktienquote im Fonds durch entsprechende Investments in flexible Mischfonds und reinrassige Aktienfonds wieder anheben und die Short-Positionen abbauen, um von dann wieder steigenden Kursen profitieren zu können.

Ist denn nicht nach den jüngsten Kursanstiegen dieser Zeitpunkt bereits gekommen?

Klein: Ich habe da meine Zweifel. Auch wenn es zu gewissen Lockerungsmaßnahmen in Bezug auf den Lockdown kommen wird: Die gesamte mit der Corona-Pandemie verbundene Problematik ist ja noch weit von einer endgültigen Lösung entfernt. Von daher bleiben wir mit unserem Konzept noch vorsichtig und werden unsere Absicherungspositionen vorerst beibehalten.

Das Verfolgen einer Fondsvermögensverwaltung ist oft nicht ganz so einfach wie bei einem Produkt mit entsprechender Wertpapierkennnummer. Wie können sich Vertriebspartner über Ihr Angebot informieren?

Klein: Auf unserer eigens dafür entwickelten Landingpage "www.tmd-ar.de" können unsere Vertriebspartner nicht nur tagesaktuell aktualisierte Informationen zu Wertentwicklung und Zusammensetzung des Konzepts selbst abrufen. Dort finden sie auch eine sogenannte digitale Onboardingstrecke, über die ihre Kunden in unser Angebot investieren können.

Wir bedanken uns für das Gespräch. (hh)