In fortgeschrittenem Alter werden Menschen oft pflegebedürftig. Viele Verbraucher wissen aber nicht, dass das staatliche Pflegegeld die durchschnittlichen Gesamtkosten einer Pflegebedürftigkeit gerade einmal zu rund einem Drittel abdeckt, erklärt Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standard Board (FPSB). "Die Praxis zeigt, dass ein Großteil der Kosten für Pflegeleistungen von den Betroffenen selbst oder von deren Familienangehörigen bestritten werden muss", sagt er.

Das FPSB hat ausgerechnet, welche Kosten auf Familienangehörige zukommen. Die Kosten für einen Heimplatz liegen im Schnitt bei 2700 bis 3000 Euro pro Monat. Versicherte mit Pflegegrad 3 bekommen für die vollstationäre Pflege 1262 Euro monatlich. Der Eigenanteil für die Pflegeheimkosten beträgt also zwischen 1500 und 1800 Euro. Hinzu kommen Aufwendungen für Mobilität, Medikamente und Sozialleben. Im Schnitt muss man mit einer finanziellen Belastung von 2200 bis 2500 Euro pro Monat rechnen.

Finanzberater ignorieren Pflegekosten
Bei einer durchschnittlichen Pflegezeit von sieben Jahren addieren sich die Aufwendungen rasch auf 210.000 Euro, rechnen die Finanzplaner vor. Um diese Summe stemmen zu können, muss man in erheblichem Maße sparen. So müsste ein 40-Jähriger dafür pro Monat 360 Euro zurücklegen. Bei einem 50-Jährigen wären es bereits 640 Euro monatlich. "Aufklärung tut Not, damit Betroffene und ihre Familien nicht unnötig in finanzielle Schwierigkeiten geraten", sagt Tilmes. In vielen Finanzberatungen würden die finanziellen Folgen einer Pflegebedürftigkeit ausgeklammert. (fp)