Das neue Altersvorsorgedepot ab dem 1. Januar 2027 vollzieht einen Kurswechsel: weg von der pauschalen Garantiepflicht der Riester-Rente, hin zu mehr Wahlfreiheit beim Aktiensparen. Eine Studie des Flossbach von Storch Research Institute untersucht, wie sich das neue Produkt in der Praxis auswirkt.

Lehren aus Riester gezogen
Studienautor Sven Ebert zieht eine klare Trennlinie zur Riester-Rente: "Riester ist – zumindest in der Breite – gescheitert. Nicht die Garantie an sich war dabei das Problem, sondern der pauschale Zwang dazu – unabhängig davon, wie alt ein Sparer ist, wie sein Anlagehorizont aussieht oder welche Lebenssituation er hat", so der Senior-Research-Analyst. Das habe renditestarkes Aktiensparen in vielen Fällen faktisch unmöglich gemacht. "Beim Altersvorsorgedepot sind Garantien dagegen nur noch optional und lassen sich individuell wählen – das ist der entscheidende Unterschied", erläutert Ebert.

Mit renditestarker Aktienanlage sowie staatlichen Zulagen und Steuervorteilen biete das Altersvorsorgedepot für jeden etwas, für Berufseinsteiger und Menschen mittleren Alters ebenso wie für Menschen, die kurz vor dem Ruhestand stehen. Näheres dazu finden Sie in der kurzen Bilderstrecke oben. 

Auszahlungsphase unnötig überreguliert 
Der Gesetzgeber schreibt allerdings vor, das Guthaben in der Auszahlungsphase stets gleichmäßig (ohne künftige Kapitalerträge) auf die verbleibende Laufzeit zu verteilen. Dies drückt laut Studie die Auszahlungen zu Rentenbeginn. Spätere Auszahlungen liegen dagegen deutlich über dem Ausgangsniveau.

"Als Zusatzeinkommen wäre aber ein möglichst glatter Verlauf wünschenswert", heißt es in der Studie. Eine alternative Berechnung auf Basis einer Annuitätenformel, die künftige Kapitalerträge von Anfang an einkalkuliert, würde von Beginn an spürbar höhere und langfristig stabilere Auszahlungen liefern. (jh)


Die Studie des Flossbach von Storch Research Institute zum Altersvorsorgedepot ist hier im Internet zu finden (externer Link). Dort gibt es auch einen Podcast mit einer Zusammenfassung.