Fans passiver Papiere legitimieren ihr Tun vor allem mit einem Argument: Dass Manager aktiver Fonds nur selten Mehrwert liefern. Doch eine aktuelle Studie rückt diese Aussage nun in ein anderes Licht. Demnach gelingt es der Hälfte der Steuerleute von flexiblen Anleihefonds, ihren Vergleichsindex zu übertreffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Flossbach von Storch Research Institute aus Köln. Bei der Frage, ob aktive oder passive Investments die bessere Wahl sind, setzen sich die Bondmanager damit von ihren Aktienkollegen ab. In einer ähnlichen Untersuchung für Aktienfonds hatten die Kölner eine Erfolgsquote von lediglich 28 Prozent ermittelt.



Erfolge feiern die Rentenmanager aber überwiegend nur zu bestimmten Zeiten. In Krisenjahren wie 2008 und 2009 sowie 2011 hinkte das Feld den Marktbarometern hinterher. Über den gesamten Zeitraum gesehen erwirtschafteten die ausgewählten aktiven Manager eine Rendite von 2,6 Prozent per annum und damit einen knappen Vorsprung vor dem Bloomberg Barclays Multiverse Total Return Index mit 2,3 beziehungsweise dem Bloomberg Barclays Global Aggregate Index mit 2,2 Prozent per annum.

Freiheiten nutzen
Die Experten analysierten bei ihrer Untersuchung die Wertentwicklung von 214 aktiven Rentenfonds, die global und ohne Einschränkungen investieren können. Die Beschränkung auf flexible Bondportfolios begründen die Forscher damit, dass in anderen Segmenten aktives Management kaum Aussichten auf eine Mehrrendite biete. "Jede Restriktion, wie etwa Währungs- oder Ratingbeschränkungen sowie der Fokus auf Länder oder Sektoren, dürfte die Chance auf eine langfristige Überrendite mindern", schreiben Agnieszka Gehringer und Kai Lehmann in der Studie.

Die Analysten schauten sich die Spanne von Januar 2006 bis August 2018 an. Dabei bezogen sie auch aktive Fonds ein, die nicht schon zu Beginn aufgelegt waren. Die Performance der aktiven Manager verglichen sie dann mit der Entwicklung der beiden Marktbarometer. Die Analysten konnten die Leistung der aktiven Manager nicht direkt mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) abgleichen, da es keine entsprechenden Produkte gibt oder diese noch nicht so lange am Markt sind. Stattdessen zogen die Kölner eine fiktive Gebühr von zehn Basispunkten von der Index-Entwicklung ab.

Spreu vom Weizen trennen
In einem weiteren Schritt verglichen die Studienautoren noch die rollierenden Dreijahresrenditen der aktiven Fonds mit denen der angepassten Marktbarometer. Dabei zeigten sich erhebliche Unterschiede im Feld der aktiven Portfoliolenker. Während die besten Manager fast über den gesamten Betrachtungszeitraum hinweg den Markt übertrafen, gelang dies den schlechtesten Managern zu keiner Zeit.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Anleihemärkte aufgrund ihrer Komplexität viele Möglichkeit eröffnen, eine Überrendite gegenüber dem Markt zu erzielen. Doch wie auch bei Aktien gelingt dies längst nicht allen Portfolioverantwortlichen. So müssen sich Fondsinvestoren auf die Suche nach den Managern machen, denen es über längere Zeit gelingt, ihre Vergleichsbarometer zu übertreffen. Und die gibt es, zeigen sich die Flossbach-Experten nach ihrer Auswertung überzeugt. (ert)