Die FNZ Bank mit Sitz in Aschheim bei München steht offensichtlich zum Verkauf. Die Londoner Muttergesellschaft FNZ Group erwäge, sich von ihrer deutschen Depotbanksparte zu trennen, berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg". Insidern zufolge könnte der Wert des Unternehmens bei über 500 Millionen Euro liegen.

Die Beratungen befänden sich noch in einem frühen Stadium, und es sei nicht sicher, ob es zu einer Transaktion komme, so die Insider, die aufgrund der Vertraulichkeit der Informationen anonym bleiben möchten. Ein Sprecher der FNZ Group lehnte eine Stellungnahme gegenüber "Bloomberg" ab.

Ebase, AAB und Fondsdepot Bank übernommen
Die FNZ Group hatte die Depotbank, die damals noch Ebase hieß, 2019 für 154 Millionen Euro von der Commerzbank-Tochter Comdirect gekauft. Später erwarb das 2003 in Neuseeland gegründete Fintech dann die Wertpapiersparte der Augsburger Aktienbank und die Fondsdepot Bank.

Ende 2024 wurde das Einlagen- und Verwahrgeschäft der Fondsdepot Bank auf die FNZ Bank übertragen, seither gilt die Integration der verschiedenen Zukäufe als abgeschlossen. Firmenangaben zufolge betreut die Gruppe in Deutschland aktuell ein Vermögen von rund 140 Milliarden Euro, vor allem von Finanzvertrieben, Versicherern, Banken und Vermögensverwaltern.

Neue Chefin plant Verkäufe
Ein möglicher Verkauf der deutschen Depotbanksparte würde zur Strategie der neuen FNZ-Group-Chefin Blythe Masters passen, die das Unternehmen auf profitables Wachstum ausrichten will. Masters, die im vergangenen Jahr FNZ-Gründer Adrian Durham an der Spitze des Unternehmens ablöste, hatte Mitte November in einem Interview mit "Bloomberg" erklärt, sie plane, unter anderem Vermögenswerte zu veräußern, die mit "hohen regulatorischen Kapitalanforderungen" verbunden seien.

Die FNZ Group wurde dem "Bloomberg"-Bericht zufolge in einer Finanzierungsrunde 2022 mit 20 Milliarden US-Dollar bewertet. Anfang dieses Monats hatte das Unternehmen 650 Millionen US-Dollar neues Eigenkapital aufgenommen, die zweite große Kapitalspritze in diesem Jahr. (bm)


In Ausgabe 4/2025 von FONDS professionell, die den Abonnenten in den kommenden Tagen zugestellt wird, finden Sie eine Übersicht über die Konditionen folgender Fondsplattformen (alphabetische Reihenfolge): Bank Zweiplus, Comdirect (Business Partners), DAB BNP Paribas, FIL Fondsbank (FFB), FNZ Bank, Morgenfund und Moventum.