Das Ringen um Kundengelder und der anhaltende Preiskampf in der Fondsindustrie treibt kuriose Blüten. Einige Asset Manager bedienen sich bei Vertriebsideen aus anderen Branchen. So bietet bereits ein Drittel der in Luxemburg und Irland beheimateten Gesellschaften "Frühbucher-Rabatte". Dabei erhalten Anleger, die in neu aufgelegte Fonds investieren, zum Teil satte Abschläge auf die Verwaltungsgebühren. Dies zeigt eine Analyse des Londoner Beratungshauses Fitz Partners, über die die Wirtschaftszeitung "Financial Times" berichtet.

Demnach können die "Schnellentschlossenen" im Schnitt mit einem Gebührennachlass in Höhe von 47 Prozent rechnen. Obendrein handelt es sich dabei nicht um zeitlich befristete Rabatte. Die schnell entschlossenen Investoren werden in eigens aufgelegte Anteilsklassen gelotst und kommen dauerhaft in den Genuss der Vergünstigungen.

Preisnachlass statt Erfolgsbilanz
"Es ist schwierig, Geld in einen neuen Fonds zu bekommen, da er noch keine lange Erfolgsbilanz hat," erläutert Peter Sleep vom Vermögensverwalter 7IM die Idee hinter den Rabatten. Erschwerend komme hinzu, dass sich viele Fondskäufer weigern, Vehikel mit weniger als 100 Millionen Euro an Vermögenswerten auch nur anzusehen. Erheblich und dauerhaft reduzierte Gebühren seien hingegen bei Anlegern sehr willkommen.

Frühbucher-Rabatte sind nicht der einzige Weg, über den Anbieter Kunden ködern wollen. "Immer mehr Manager setzen eine Reihe von innovativen Instrumenten ein, um die Preismodelle ihrer Fonds für Anleger attraktiver zu gestalten", sagt Hugues Gillibert, Geschäftsführer von Fitz Partners, der "Financial Times". So gewähren die Gesellschaften zunehmend Abschläge, wenn Anleger viel Geld mitbringen oder das Gesamtvolumen eines Fonds gewisse Grenzen überschreitet. Die daraus entspringenden Größenvorteile reichen die Asset Manager weiter.(ert)