Die Vertriebskosten machen im Schnitt 38 Prozent der Gebühren eines UCITS-Fonds aus. Zu diesem Ergebnis kommt der europäische Branchenverband Efama in einer aktuellen Erhebung. Bei Misch- und Aktienfonds liegt die Quote im Mittel bei 39 Prozent, Rentenprodukte kommen auf 36 Prozent, heißt es in der Studie "Perspective on the costs of UCITS", für die rund 2.100 Sondervermögen analysiert wurden. An die Asset Manager selbst fließen demnach nur 41 Prozent der Gebühren. Den Rest teilen sich das Finanzamt, die Verwahrstelle und andere Beteiligte.

Damit rüstet sich die Efama für die Diskussion um angeblich überhöhte Fondskosten. Nicht nur Verbraucherschützer, auch die europäische Wertpapieraufsicht kritisiert regelmäßig die Produktgebühren, die die Rendite der Anleger zum Teil massiv schmälert (FONDS professionell ONLINE berichtete). Mit ihrer Studie kann die Efama nun argumentieren, dass es gar nicht die Produktanbieter sind, die für die hohen Kosten verantwortlich sind – sondern die Vertriebe.

Die Botschaft zwischen den Zeilen: Die Asset Manager sind günstig
Der Auswertung des Verbands zufolge geht bei einigen aktiv gemanagten Produkten mehr als die Hälfte der Gebühren für den Vertrieb drauf. Von insgesamt 1.125 analysierten Aktienfonds leiteten 458 zwischen 40 und 50 Prozent der Gesamtgebühren an den Vertrieb weiter. Bei 107 Sondervermögen liegt dieser Anteil sogar bei 50 bis 60 Prozent. Mit Blick auf Rentenfonds fällt das Ergebnis moderater aus: Von 750 ausgewerteten Portfolios leiten 298 zwischen 30 und 40 Prozent der Gebühren an den Vertrieb weiter, bei 221 sind es zwischen 40 und 50 Prozent.

Die Studie beleuchtet auch, was die erwähnten Anteile für die Gebühren insgesamt bedeuten. Über alle Anlageklassen hinweg betragen sie jährlich 1,68 Prozent des Fondsvermögens. Davon entfallen im Mittel 0,64 Prozentpunkte auf den Vertrieb. Bei Aktienfonds, die durchschnittlich 1,96 Prozent kosten, sind es 0,77 Prozentpunkte. Für Rentenportfolios im UCITS-Mantel fallen im Schnitt Gesamtkosten von 1,34 Prozent an. 0,49 Prozentpunkte davon gehen an die Sales-Partner. Die Asset Manager selbst, so die Efama, erhalten dagegen im Schnitt nur 0,69 Prozent des Fondsvermögens für ihre Leistungen – obwohl sie das Produkt letztlich entwickeln und betreuen. (jb)