Die in Deutschland aktiven Vermögensverwalter, die zudem Mitglied im Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) sind, haben im zweiten Quartal des laufenden Jahres mit offenen Fonds 16,3 Milliarden Euro an frischem Geld einsammeln können. Damit lief der erste Dreimonatszeitraum unter Pandemie-Bedingungen besser als von zahlreichen Beobachtern gedacht (lesen Sie hierzu auch den Kommentar von FONDS professionell-Chefredakteur Bernd Mikosch: "Guter Fondsabsatz: Entwarnung für die Branche?").

Absatzspitzenreiterin bei den offenen Publikumsfonds war die DWS, wie die aktuelle Statistik des deutschen Fondsverbands BVI zeigt. Die Deutsche-Bank-Tochter hat mehr als sechs Milliarden Euro an Zuflüssen verzeichnet und sich damit auch vom Einbruch im ersten Quartal erholen können.

Auf den zweiten Platz kam Flossbach von Storch, nachdem die Gesellschaft im ersten Quartal noch weit vorne gelegen hatte. Auf Jahressicht gesehen liegen die Kölner aber mit über 4,6 Milliarden Euro Mittelzuflüssen weiter unangefochten vorn, gefolgt von der Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft Universal-Investment und der DWS. 


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Zu dem insgesamt guten Ergebnis im zweiten Quartal trugen offene Publikumsfonds in Summe 15,7 Milliarden Euro bei. Spezialfonds für institutionelle Anleger konnten dagegen für ihre Verhältnisse nur magere 0,6 Milliarden Euro einsammeln. Der BVI begründet den vorübergehenden Rückgang im Neugeschäft der Spezialfonds mit dem gestiegenen Liquiditätsbedarf institutioneller Anleger im Rahmen der Corona-Krise. Auf Jahressicht konnten die Spezial-Portfolios aber 33,3 Milliarden Euro verbuchen, offen Publikumsfonds wegen des Einbruches im ersten Quartal nur 4,3 Milliarden Euro.

Das gute Ergebnis der Asset Manager im zweiten Quartal beruhte dem BVI zufolge vor allem auf Aktienfonds. Knapp zehn Milliarden Euro investierten Privatanleger in diese Produkte. Allerdings hatten sie im ersten Quartal im Zuge der Corona-Krise 14 Milliarden Euro aus den Portfolios abgezogen. Seit Jahresbeginn gerechnet verzeichnete diese Kategorie daher Mittelabflüsse von 2,5 Milliarden Euro. Die einzigen Produkte, die sich seit Jahresbeginn konstant gut entwickelt haben, sind offene Immobilienfonds: Nach 3,9 Milliarden in den ersten drei Monaten, konnten sie zwischen Anfang April und Ende Juni weitere 1,2 Milliarden Euro einwerben. (jb)