Das Volumen der Investmentfonds, die die Versicherer für ihre Fondspolicen-Kunden halten, ist im vergangenen Jahr um 7,2 Prozent auf 103 Milliarden Euro gefallen. Das geht aus dem Statistikband "Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2019" hervor, den der Branchenverband GDV nun veröffentlicht hat.

Dieser Rückgang ist der erste seit dem Jahr 2011. Damals wie heute ist das Minus nicht mit einem sinkenden Fondspolicen-Bestand zu erklären – die Zahl der Verträge legte im vergangenen Jahr weiter zu. Schuld ist vielmehr der herbe Rücksetzer an den weltweiten Börsen, der unzählige Fonds deutlich ins Minus drückte.

Der Kapitalanlagenbestand der Lebensversicherer (ohne Pensionskassen und Pensionsfonds) stieg im vergangenen Jahr insgesamt um drei Prozent auf 933,1 Milliarden Euro. Der Investmentbestand aus den Fondspolicen machte zuletzt also elf Prozent der Gesamtanlagen aus – Ende 2017 waren es noch 12,3 Prozent gewesen (siehe Grafik).

Neugeschäft geht leicht zurück
Der Statistikband des GDV enthält ferner ausführliche Analysen zum Neugeschäft der Lebensversicherer für 2018. Demnach haben die deutschen Anbieter im vergangenen Jahr über alle Produktkategorien hinweg ihre Brutto-Beiträge steigern können, obwohl sie weniger neue Policen an den Verbraucher bringen konnten. Dabei entwickelten sich Fondspolicen mit dem Markttrend, der auch für Rentenpolicen und Kapitalversicherungen gilt.

In konkreten Zahlen flossen den Lebensversicherern im vergangenen Jahr 88,7 Milliarden Euro an Bruttobeiträgen zu. Das sind 2,5 Prozent mehr als 2017. Die Zahl der neuen Verträge lag bei 4,9 Millionen, 0,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

Weniger neue Fondspolicen
Ein Grund dafür waren Fondspolicen. Laut der GDV-Statistik setzen die Gesellschaften 2018 in Summe 213.411 neue fondsgebundene Rentenversicherungen ab – vier Prozent weniger als im Jahr 2017. Ihr Anteil am Neugeschäft betrug 4,4 Prozent nach 4,5 Prozent im Vorjahr. Zudem brachten die Vermittler 46.187 fondsgebundene Kapitalversicherungen an den Kunden, was einen Rückgang um 2,9 Prozent bedeutet. Der Anteil dieser Verträge am gesamten Neugeschäft betrug magere 0,9 Prozent.

Indexpolicen und Co. machen ein Viertel des Neugeschäfts aus
Auch der Neuabsatz bei klassischen Produkten war rückläufig: Die Vertriebler vermittelten 435.615 klassischen Rentenpolicen (-16,8%) und 461.909 kapitalbildende Versicherungen (-0,9%) mit garantierter Mindestverzinsung. 

Dagegen erfreuten sich Indexpolicen und Produkte der "Neuen Klassik" großer Beliebtheit: Knapp 1,4 Millionen neue Rentenverträge setzten die Gesellschaften ab, stolze 12,8 Prozent mehr als 2017. Mit einem Anteil von 28,6 Prozent am Neugeschäft sind sie klar die Lieblinge der Kunden und Vermittler.

Dieser Trend wird erst seit dem Vorjahr in der Statistik berücksichtigt: Früher hatte der GDV die Indexpolicen und andere Mischformen mit Garantien teils den klassischen Versicherungen und teils den Fondspolicen zugeschlagen. 2018 überarbeitete der Verband sein Zahlenwerk dann grundlegend (FONDS professionell ONLINE berichtete). (bm/jb)