Der deutsche Fondsverband BVI befürwortet einen europaweiten Vergleich von Kosten und Leistungen über verschiedene Anlageinstrumente hinweg. Der Branchenverband reagiert damit auf die Ergebnisse einer Studie der europäischen Finanzaufsicht Esma zu Kosten und Wertentwicklung von Investmentfonds und strukturierten Produkten für Privatanleger. Die Behörde war zu dem Ergebnis gekommen, dass Gebühren und andere Entgelte im Schnitt rund ein Viertel der Wertenwicklung für Privatanleger aufzehren.

Der deutsche Fondsverband BVI bewertet die Auswertung positiv. "Die Studie der Esma ist ein Beleg für die hohe Kosten- und Leistungstransparenz von Fonds", sagt Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI, einer Mitteilung zufolge. "Erst die umfangreiche Datenlage konnte eine so detailreiche Studie ermöglichen. Sie ist nun eine gute Basis für den beabsichtigten EU-weiten Vergleich von Anlageprodukten." Die europäischen Marktaufseher wollen die Untersuchung fortan jedes Jahr wiederholen. Deutsche Fonds lagen in der Auswertung sowohl in puncto Kosten als auch bei der Wertentwicklung nahe am EU-Durchschnitt.

"Gleichwertige Studien zu Kosten und Leistungen"
Was jedoch noch fehle, seien methodisch gleichwertige Studien zu Kosten und Leistungen von Konkurrenzprodukten, ergänzt Richter. Das gelte vor allem für Untersuchungen der Versicherungsaufsicht Eiopa zu kapitalbildenden Versicherungen.

Die EU-Kommission hatte die europäischen Aufsichtsbehörden für Banken, Versicherungen und Finanzprodukte bereits 2017 beauftragt, jährlich die Kosten und die Wertentwicklung von Anlageprodukten für Privatanleger zu untersuchen. Dies solle einen EU-weiten Vergleich ermöglichen. (ert)