Verbraucherzentrale bietet Kurzberatung zu Finanzthemen – für 40 Euro
Viele Vermittler sehen die Verbraucherzentralen als Wettbewerber: Sie geben eifrig Ratschläge rund ums Geld, ohne die gleichen regulatorischen Anforderungen erfüllen zu müssen – und werden auch noch vom Staat subventioniert. Das neueste Angebot dürfte nicht dazu geeignet sein, die Wogen zu glätten.
Die Verbraucherzentrale Bremen startet ein neues Angebot: Mit ihrer "Kurzberatung zu Finanzthemen" möchte die Organisation "kompakt und unkompliziert Orientierung" bieten, heißt es in einer Pressemitteilung. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher hätten Fragen zu ihren Finanzen, wüssten aber oft nicht, an wen sie sich wenden könnten.
Die neue Kurzberatung diene "der Klärung einer akuten Einzelfrage" oder der Lösung von "überschaubaren Problemen rund um Finanzangelegenheiten". Im Unterschied zu einer ausführlichen Beratung zu umfassenden Finanzthemen soll ein solches Gespräch nur 20 Minuten dauern und 40 Euro kosten. Die Termine finden entweder persönlich vor Ort oder telefonisch statt. Bestehende Verträge, vorliegende Angebote, Schreiben von Anbietern oder andere Informationen zum Problem oder der Fragestellung könnten vorab an die Verbraucherzentrale gesandt werden.
Auch Fragen zum Wertpapierdepot sind möglich
"Wir bieten neben der ausführlichen individuellen Beratung zu komplexen Finanzthemen bereits die kostenlose Hotline für allgemeine Verständnisfragen an", erklärt Anke Behn, Leiterin des Bereichs Finanzdienstleistungen der Verbraucherzentrale Bremen. "Mit dem neuen Angebot schließen wir die Lücke dazwischen."
Die Verbraucherschützer führen einige Beispiele auf, in denen eine solche Kurzberatung in Frage komme: "Etwa beim Einstieg in eine strukturierte Budgetplanung, bei Themen wie Girokonto, Karten und Zahlungsverkehr, Sparanlagen und Einlagensicherung, Bausparen oder vermögenswirksame Leistungen." Auch Einzelfragen zum Wertpapierdepot oder zu Anbietern könnten geklärt werden.
Wird die Sache zu komplex, geht es in die Verlängerung
"Oft kann bereits ein kurzes Gespräch helfen, die eigene Situation besser einzuordnen und passende Handlungsmöglichkeiten zu erkennen", meint Behn. Ebenso seien kurze Rückfragen zu Wertpapieranlagen, Ratenkrediten oder Immobiliendarlehen möglich.
Stelle sich der Sachverhalt jedoch als komplexer heraus, sei eine ausführlichere Beratung über 45 oder 90 Minuten oder ein Folgetermin erforderlich. "Rechtsberatungen zu Finanzdienstleistungen sind nicht Bestandteil dieser Kurzberatung", betont die Verbraucherzentrale. (bm)














