Die Einkommenssituation vieler Versicherungsvermittler bleibt schlecht. Rund ein Drittel von ihnen erzielt gerade mal einen jährlichen Vorsteuergewinn, der unter 50.000 Euro liegt. Elf Prozent erwirtschaften sogar weniger als 25.000 Euro im Jahr, wie der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) in der aktuellen Ausgabe seiner alle zwei Jahre erstellten Strukturanalyse herausfand. Andere Umfragen haben in der Vergangenheit ein ähnliches Bild gezeichnet.

Dabei darf man nicht vergessen, dass es sich bei den 2.500 Vermittlern, die an der Umfrage teilnahmen und die zum großen Teil dem Lager der gebundenen Vertreter angehören, um Einzelkaufleute handelt. Diese müssen den angegebenen Gewinn noch versteuern und aus dem Rest ihren gesamten Lebensunterhalt bestreiten. Es darf insbesondere nicht vergessen werden, dass ein Vermittlerbetrieb zusätzlich noch ein unternehmerisches Risiko zu tragen hat. Der BVK betont ferner, dass 56 Prozent der Teilnehmer es in den vergangenen zwei Jahren nicht geschafft haben, eine Gewinnsteigerung zu erzielen.

Unter diesen Aspekten sind 50.000 Euro also nicht viel, zumal der drohende Provisionsdeckel bei Lebensversicherungen den Gewinn einiger Vermittler drücken wird. "Der genannte Gewinn von 50.000 Euro vor Steuern stellt somit nach Auffassung des BVK den absoluten Mindestgewinn dar, den ein Einzelunternehmer erzielen müsste, um die vielfältigen Aufgaben, die Verantwortung und das unternehmerische Risiko des Inhabers eines Vermittlerbetriebes angemessen zu honorieren", schreibt der Verband in seiner Mitgliederzeitung. (jb)