Die Deutschen legen ihr Geld überwiegend noch auf Tagesgeld- oder Festgeldkonten an. Doch insbesondere die jüngere Generation beschäftigt sich mit Wertpapieren. Zu diesem Ergebnis kommt die Anlagestudie der Commerzbank, die das Meinungsforschungsinstitut Ipsos erstellt hat. Demnach legen zwar fast drei Viertel der Befragten jeden Monat Geld zur Seite, doch der Großteil davon fließt auf niedrig verzinste Bankkonten. So gaben lediglich 40 Prozent der Befragten an, in Wertpapiere zu investieren.

Immerhin ist die Beliebtheit von Wertpapieren über die vergangenen zwei Jahre gestiegen, und zwar von 35 auf 40 Prozent. Bei der Generation Z, laut der Umfragedefinition die Jahrgänge 1997 bis 2007, lag der Anteil immerhin bei 50 Prozent. Die Commerzbank hat zum zweiten Mal ihre Anlagestudie "So investiert Deutschland" veröffentlicht. Dafür befragten die Ipsos-Forscher im vierten Quartal 2025 mehr als 3.200 Bundesbürger.

"Nichtstun ist keine Option"
Der Umfrage zufolge steckt die Generation Z auch die meiste Zeit in die Geldanlage. So gaben generationenübergreifend 45 Prozent der Befragten an, sich weniger als eine halbe Stunde pro Woche mit Investmentthemen zu beschäftigen. Bei der Generation Z hingegen gaben fast 40 Prozent an, sich ein bis zwei Stunden pro Woche Zeit für Wertpapieranlagen zu nehmen. Bei 16 Prozent ist es bis zu einer Stunde und bei 27 Prozent unter einer halben Stunde.

Daneben gewinnen börsengehandelte Fonds (ETFs) über alle Generationen hinweg an Beliebtheit. Besaßen der vorangegangenen Studie zufolge noch 40 Prozent der Wertpapiersparer ETFs, waren es der aktuellen Ausgabe zufolge 50 Prozent. Vorreiter ist auch hier die Generation Z, gefolgt von den Millennials. "Die Generation Z hat beim Thema Geldanlage verstanden, dass Nichtstun keine Option ist", kommentiert Thomas Schaufler, Privat- und Unternehmerkundenvorstand der Commerzbank, die Ergebnisse. "Sie nimmt ihre finanzielle Zukunft in die Hand."

Die Schattenseite
Trotz aller Fragezeichen mit Blick auf die Entwicklung der Konjunktur liegen die Sparraten recht hoch. So legt fast ein Drittel derjenigen, die monatlich sparen, immerhin 250 Euro im Monat oder mehr zurück. 35 Prozent der Befragten, die sparen, legen zwischen 100 und 250 Euro beiseite. Auf der Schattenseite steht, dass ein Drittel der Befragten gar kein Geld spart, weil am Monatsende schlichtweg nichts mehr übrig bleibt. (ert)