Die Hausbank München rät Verbrauchern, bei der Wahl ihrer Bank auf eine breite Fondspalette Wert zu legen. "Im Genossenschaftsbereich sollten Anleger darauf achten, dass die Bank einen Best-Select-Ansatz verfolgt, also über die Produkte ihrer Verbundpartner hinaus auch Fonds von Drittanbietern im Angebot hat", lässt sich Abteilungsleiter Fabian Jäger in einer Pressemeldung zitieren. "Damit wird das Anlagespektrum deutlich erweitert und der Berater kann unter Berücksichtigung der individuellen Situation des Kunden die für ihn beste Anlagelösung finden."

Der Vorstoß der Bank ist durchaus unüblich. Zwar verkaufen viele Volks- und Raiffeisenbanken nicht nur Fonds ihres zentralen Dienstleisters Union Investment, dass sie dies öffentlich so klar herausstellen, kommt aber nicht allzu häufig vor. Die Hausbank wurde 1908 als Selbsthilfeeinrichtung für Hausbesitzer gegründet und gehört nach eigenen Angaben heute zu den zehn größten Genossenschaftsbanken in Bayern. Sie führt rund eine Million Kautionskonten, berät Immobilienbesitzer aber auch im Bereich der Geldanlage.

"Von Einzelaktien die Finger lassen"
Die Hausbank empfiehlt Kunden, lieber auf breit streuende Fonds statt auf Einzelaktien zu setzen. "Viele Anleger setzen beim aktuell wieder erstarkenden Aktienmarkt auf Einzeltitel", sagt Vorstand Michael Obermayer. Investments in einzelne Aktien erforderten jedoch viel Eigenrecherche. "Wer hierzu nicht gewillt ist und keine entsprechende Aktienerfahrung mitbringt, sollte von Einzelaktien die Finger lassen und in Fonds investieren", so sein Rat.

Natürlich gebe es auch bei Fonds das Risiko zwischenzeitlicher Verluste. Doch diese heile die Zeit: Über die letzten 50 Jahre lag die durchschnittliche Rendite bei einem Anlagezeitraum von 20 Jahren für ein Investment in den Deutschen Aktienindex Dax bei 8,9 Prozent pro Jahr, rechnet die Hausbank vor. Die niedrigste Rendite betrug 3,8 Prozent, die höchste 15,2 Prozent pro Jahr. "Und in den vergangenen 50 Jahren gab es keinen Zeitraum von mehr als 15 Jahren, in dem die Rendite am Ende negativ war", heißt es in der Pressemitteilung. Ein breit streuender Fonds, der auf viele verschiedene Aktien, Regionen und Branchen setze, federe das Verlustrisiko zudem erheblich ab.

"Nicht alleine auf die Kosten schauen"
Den Trend zu börsennotierten Indexfonds sieht Obermayer kritisch. "ETFs sind zwar günstiger als klassische Investmentfonds, der Anleger sollte jedoch nicht allein auf die Kosten schauen. Es gibt zahlreiche aktiv gemanagte Fonds, die im langjährigen Vergleich bessere Renditen erwirtschaften als die passiven ETFs", sagt Obermayer. (bm)