Was ist wirklich wichtig im Beruf? Ein hohes Gehalt, flexible Arbeitszeiten, nette Kollegen oder die Jobsicherheit? Da setzt jeder Mensch andere Prioritäten. In einem Punkt herrscht aber wahrscheinlich Einigkeit: Wer es schafft, sein Hobby zum Beruf zu machen, hat sicherlich einiges richtig gemacht. Timo Vierow ist das gelungen. Er ist Gründer und Inhaber des in Hagen im Bremischen ansässigen Maklerhauses TVV, das sich auf die Vermittlung von Versicherungen für Hobbytaucher spezialisiert hat. 

Viele Finanzanlagen- und Versicherungsvermittler rutschen im Lauf ihres Berufslebens in den Job. Nicht so Timo Vierow: "Ich wollte schon mit 14 Jahren entweder in einer Bank oder bei einer Versicherung arbeiten", berichtet er. Schließlich ist es die Assekuranz geworden. "Mit 17 Jahren habe ich eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann mit Schwerpunkt auf dem Außendienst bei der Signal Iduna begonnen. Ich war damals deren jüngster Azubi in einer außendienstbezogenen Ausbildung", erinnert er sich.

Seit 2017 Makler
Nach der Ausbildung blieb Vierow noch ein Jahr bei dem Dortmunder Versicherer, bevor er nach weiteren Stationen einige Jahre später als Maklerbetreuer beim Deutschen Ring anfing. Als dieser 2017 mit seinem Ausbildungsbetrieb fusionierte und Jobs abbaute, war für ihn trotz des Angebots zu bleiben klar, dass er sich selbstständig machen wollte – als Makler für Taucher.

In der Zwischenzeit ist Vierow nämlich vom "Tiefenrausch" befallen worden. "Vor rund zwölf Jahren habe ich in einem Urlaub den Tauchschein gemacht – und 2014 dann direkt 130 Tauchgänge absolviert", berichtet er und schwärmt: "Man taucht wortwörtlich in eine andere Welt ein, gleitet durchs Wasser und kann völlig abschalten." 

Hobby und Beruf
Nachdem er den Tauchschein in der Tasche hatte, reifte die Idee, das Hobby mit dem Job zu kombinieren. Er hatte festgestellt, dass die Taucher-Community großen Bedarf an einer passenden Absicherung hat – und viele Versicherer dafür keine passende Lösung bieten. "Versicherungsgesellschaften und Taucher sprechen nicht dieselbe Sprache, sie passen nicht zueinander", formuliert es Vierow. In diese Lücke ist er 2017 gestoßen. 

Ein wichtiger Grund, weshalb Taucher keine oder nur eine unzureichende Absicherung finden: Tauchen gilt den Versicherern als Risikosportart, entsprechend hart prüfen sie potenzielle Kunden, die etwa eine Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherung abschließen möchten. "Ich finde aber immer einen Weg, Taucher bei einer Gesellschaft zu annehmbaren Konditionen zu versichern", verspricht er. 

Absicherung der Tauchausrüstung
Problematisch ist auch die Absicherung der Tauchausrüstung, die schnell 10.000 Euro oder mehr kostet. "Befindet sie sich im Haus oder einer Wohnung, ist sie bei Einbruch oder bei Feuer- und Leitungswasserschäden geschützt, unterwegs aber nicht", erläutert der Makler. Hier empfiehlt sich also eine zusätzliche Ausrüstungsversicherung, die er in Kooperation mit der Alten Leipziger anbietet – eine echte Allgefahrenversicherung, die die Ausrüstung gegen Verlust und Beschädigung weltweit absichert. Die Versicherungssumme starte bei 5.000 Euro, im Schnitt liege sie zwischen 20.000 und 40.000 Euro.

Vierow betont übrigens, bei seinen Angeboten nicht nur auf die Konditionen für seine Kunden zu achten, sondern immer auch die Seite der Versicherer im Blick zu haben. Auch für sie müsse sich ein Deckungskonzept rechnen, so sein Credo. 

Fokus auf Hobbysportler
Die speziellen Policen sind für Verbände, Tauchschulen und -lehrer sowie die Hersteller des Equipments gedacht – und natürlich für Hobbytaucher. "Ich betreue nur Taucher", stellt Vierow klar. "Ich fokussiere mich darauf, ihnen den Versicherungsschutz zu besorgen, den sie benötigen, um ihr Hobby, ihren Beruf oder ihr Gewerbe ausüben zu können."

Damit sich der Beratungs- und Betreuungsaufwand für ihn auch rechnet, nimmt er neue Privatkunden seit einiger Zeit nur noch an, wenn er als Makler deren kompletten Bestand an Versicherungen betreuen kann. Eine Ausnahme von dieser Rundumbetreuung macht er nur bei Biometrie-Produkten wie der Arbeitskraftabsicherung.

Grüne Wiese
Vierow erinnert sich zurück an seine Anfänge als Gründer. Er begann auf der sprichwörtlichen grünen Wiese – in seinem Fall vielleicht besser im blauen Pool – und mit null Kunden. "Ich habe mir dann im Lauf der Zeit meinen Kundenstamm über verschiedene Marketing- und Werbemaßnahmen aufgebaut: mit Social Media, der eigenen Internetseite, Interviews in Fachmagazinen für Taucher und Ständen auf Fachmessen wie der 'Boot' in Düsseldorf oder der 'Interdive'." Außerdem klebte er sich Werbung für sein Maklerhaus aufs Auto, wodurch er bei Tauchgängen mit anderen Teilnehmern ins Gespräch kam.

"Mittlerweile kommen neue Interessenten hauptsächlich durch Empfehlungen bestehender Kunden und durch Mund-zu-Mund-Propaganda auf mich zu", berichtet Vierow. Die zeit- und kostenintensiven Social-Media-Aktivitäten konnte er inzwischen deutlich reduzieren. Dadurch bleibt mehr Zeit für was? Fürs Tauchen natürlich. (jb)