Es gibt Menschen, die ihr Hobby zum Beruf machen. Andere können zumindest Erfahrungen und Kontakte, die sie in der Freizeit sammeln, beruflich nutzen. Einer von ihnen ist Ralf Hüber. Der Versicherungsmakler aus Schwäbisch Gmünd betreibt das Portal kampfsport-versicherung.de, über die er, wie der Name schon sagt, Policen speziell für Judo- und Karateka, Taekwondo-Kämpfer und andere Kampfsportler vermittelt. Der Weg zum "einzigen auf Kampfsportler spezialisierten Maklerbüro Deutschlands" (O-Ton Hüber) war nicht vorgezeichnet, wie der Träger des schwarzen Gürtels in Jiu-Jitsu berichtet.

Der staatlich geprüfte Maschinenbautechniker landete über Umwege in der Versicherungsbranche. Nach einigen Jahren als Ausschließlichkeitsvertreter wechselte er mit seiner Frau vor 15 Jahren ins freie Lager. "Mein älterer Sohn hatte einen schweren Unfall, und ich wollte mich um ihn kümmern. Die Ausschließlichkeitsorganisationen bei deutschen Versicherern sehen es aber nicht gern, wenn die nominell selbstständigen Vertreter private Dinge zu sehr in den Vordergrund schieben", erzählt Hüber.

Ü-40-Kampfsportler
Über den Sohn und dessen Unfall kam er selbst zum Kampfsport. Der Junior musste Sport treiben, sich dehnen und strecken. "Turnen war nicht sein Ding, so kam er zu Jiu-Jitsu. Sein kleinerer Bruder folgte ihm, und auch mich haben sie dann schließlich als 'Ü-40' zum Mitmachen überzeugt", sagt Hüber. Damit begann sukzessive die berufliche Spezialisierung auf Kampfsportler. Beim Training und den bei Budo-Sportarten üblichen Lehrgängen kommt man ins Gespräch. Hüber wurde gefragt, worauf man als Jiu-Jitsu-Sportler oder -Trainer beim Versicherungsschutz denn zu achten habe. Er half. 

Daran, sich völlig auf Kampfsportler als Zielgruppe zu spezialisieren, hat er damals aber noch nicht gedacht. Dazu kam es erst 2018. Auf einer Tagung des Maklerverbundes Vema hörte er einen Vortrag von Matthias Fischer, der sich als Makler auf Hufschmiede spezialisiert hat. "Und da hat es bei mir Klick gemacht", erinnert sich Hüber. "Ich weiß schließlich genau, was Kampfsportler brauchen." Er und seine Frau starteten kurz danach die Internetseite kampfsport-versicherung.de, deren Name Programm ist.

Hohe Nachfrage
"Die Seite war eine Initialzündung", berichtet Hüber. "Bereits nach kurzer Zeit fanden uns Leute, die nach 'Versicherungen' und 'Kampfsport' suchten. Wir wurden von den vielen Anfragen der Kampfsportler, Trainer und Schulen überrascht." Mit der Zeit kamen immer mehr direkte Empfehlungen von Vereinen und Schulen dazu. Hüber wird jetzt des Öfteren eingeladen, wenn es darum geht, auf virtuellen Veranstaltungen über den Versicherungsschutz für Kampfsportler zu sprechen und Vorträge zu halten.

Der Grund für seinen Erfolg ist aber nicht allein, dass man die Internetseite mit den relevanten Schlagworten sofort findet: Es ist das profunde Wissen und die Expertise seines Teams, was Kampfsportler an Risikoschutz benötigen. So hat er eine Reihe von Deckungskonzepten speziell für Kampfsportler entwickelt. Zudem prüft er die Angebote von Versicherern sehr genau auf ihre Tauglichkeit für Budo-Sportler.

Geschäft brummt
Das Konzept ist in den vergangenen drei Jahren aufgegangen. Der Umsatz stimmt, auch wenn die Corona-Pandemie für eine leichte Delle gesorgt hat. Hüber und seine Mitstreiter betreuen mittlerweile mehr als 1.200 Kunden in ganz Deutschland von Flensburg bis Oberammergau – das stimme wortwörtlich, wie er sagt. Auf eine gezielte Akquise neuer Kunden kann er eigenen Angaben zufolge verzichten. Das Geschäft habe sich organisch entwickelt. (jb)


Das vollständige Porträt von Ralf Hüber finden Sie in FONDS professionell 2/2021 ab Seite 296. Angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen.