Die Zahl der Finanzanlagenvermittler, die zu geschlossenen Investmentvermögen beraten dürfen, ist auf Sicht von fünf Jahren um 21,8 Prozent eingebrochen. Das geht aus einer Recherche von FONDS professionell ONLINE in der entsprechenden Statistik des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor.

Das zeigt, welchen schweren Stand Beteiligungsmodelle im Mantel eines Alternativen Investmentfonds (AIF) im freien Vertrieb haben. Den DIHK-Zahlen zufolge verfügten am 1. Juli genau 8.940 Berater über eine Erlaubnis gemäß Paragraf 34f Absatz 1 Nummer 2 Gewerbeordnung (GewO), mit der sie geschlossene AIF vermitteln dürfen. Fünf Jahre zuvor hatten noch 11.425 Gewerbetreibende eine entsprechende Lizenz.


In der Chartgalerie oben hat FONDS professionell ONLINE die wichtigen Statistiken zu Vermittlern mit Erlaubnis gemäß Paragraf 34f, 34h und 34i GewO grafisch aufbereitet – einfach weiterklicken!


Allerdings ist der freie Vertrieb nicht der einzige Absatzkanal für geschlossene Investmentvermögen: Einige Banken und Haftungsdächer haben begonnen, wieder Beteiligungsmodelle zu vertreiben, nachdem sie sich jahrelang von diesem Segment ferngehalten hatten – zu sehr war nach der Misere Dutzender Schiffsfonds und diversen Skandalen das Vertrauen der Anleger in geschlossene Fonds zerstört.

Die Zahl der Vermittler, die offene Publikumsfonds vermitteln dürfen (§34f Abs. 1 Nr. 1 GewO), ist seit dem Sommer 2014 nur um 7,5 Prozent gesunken. Sie liegt aktuell bei 37.386. Das Lager der Gewerbetreibenden, die ihren Kunden Vermögensanlagen anbieten dürfen, ging auf Sicht von fünf Jahren um 10,8 Prozent auf mittlerweile 5.975 zurück (§34f Abs. 1 Nr. 3 GewO).

Einbruch bei Honorar-Finanzanlagenberatern
Die aktuellen Vermittlerstatistiken des DIHK enthalten zudem zwei weitere Überraschungen: Zum einen ist das ohnehin kleine Lager der Honorar-Finanzanlagenberater mit Erlaubnis nach Paragraf 34h GewO weiter geschrumpft – genauer gesagt um 18 Prozent. Laut DIHK hatten Anfang Juli nur noch 157 Personen eine entsprechende Erlaubnis. Im April des laufenden Jahres waren es noch 191 gewesen.

Zum anderen ist die Zahl der gewerblichen Immobiliardarlehensvermittler wieder gestiegen und hat einen neuen Höchstwert erreicht, nachdem sie im ersten Quartal zum ersten Mal seit Einführung der erforderlichen Erlaubnis gemäß Paragraf 34i GewO vor knapp drei Jahren gesunken war. In den Monaten April bis Juni haben mehr als 1.000 Personen eine neue 34i-Lizenz erhalten. Anfang Juli waren damit 52.343 Immobiliardarlehensvermittler registriert – so viele wie noch nie. (bm/jb)