Vor einigen Tagen überschlugen sich die Ereignisse bei der DWS. Zuerst durchsuchten Staatsanwaltschaft, Polizei und Bafin die Büroräume des Asset Managers. Keine 24 Stunden später reichte DWS-Chef Asoka Wöhrmann seinen Rücktritt ein. Der Anlass für die Razzia und damit einer der Gründe für Wöhrmanns Rückzug ist der Verdacht auf Greenwashing, den die ehemalige ESG-Leiterin Desiree Fixler erhoben hatte. Demnach soll die DWS ihre Fortschritte bei nachhaltigen Investments besser dargestellt haben, als sie sind. Der Asset Manager hat die Vorwürfe stets vehement bestritten.

Die Fondstochter der Deutschen Bank ist aber nicht die einzige Gesellschaft, die Ärger wegen Greenwashings hat. Andere haben den auch, genauer wegen irreführender Werbung. So werden Finanzprodukte damit beworben, dass diese besonders nachhaltig sein sollen, ohne aber die Details für diese Behauptung offen zu legen. Bekannt ist etwa der Fall Commerz Real: Die Sachwerte-Tochter der Commerzbank hatte auf der Website für den Impactfonds Klimavest einen CO2-Rechner angeboten und damit geworben, dass Anleger den individuellen CO2-Ausstoß mit einer Investition in den Klimavest ausgleichen können: Je 10.000 Euro Investitionssumme würden 3,5 Tonnen kompensiert. Dagegen hatte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg geklagt und Anfang Februar recht bekommen, weil die Angabe zur CO2-Kompensation nur eine unverbindliche Angabe ist. Schon zuvor waren die Stuttgarter Verbraucherschützer gegen den Fondsanbieter Deka und die Smartphonebank Tomorrow vorgegangen.

Aktuell hat die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg drei andere Finanzdienstleister ins Visier genommen. FONDS professionell ONLINE hat die Kritikpunkte der Konsumentenschützer sowie die Gegen-Statements der betroffenen Gesellschaften für Sie zusammengetragen – klicken Sie sich durch die Fotostrecke oben. (jb)