So geht Nachhaltigkeit: Die Kundendepots der alternativen GLS Bank (das Kürzel steht für "Gemeinschaft für Leben und Schenken") sind im vergangenen Jahr auf mehr als eine Milliarde Euro gewachsen. Allein im Januar habe man 2.000 neue Kunden gewinnen können – inzwischen sind es 218.000. Vor allem die Nachhaltigkeitsfonds des Instituts sind gefragt. Zudem hat die Bank so genannte Baum-Fonds ins Angebot aufgenommen, mit denen Kunden in kleine und mittelständische Unternehmen investieren können, die besondere Ideen zur Abfallvermeidung und zur CO2-Reduzierung verfolgen.

Dass viele Mainstream-Banken längst auch nachhaltige Geldanlagen anbieten, empfindet Vorstandssprecher Thomas Jorberg als Bestätigung des eigenen Konzepts. "Als wir den ersten Bioladen gefördert haben, wollte das noch keiner machen, weil man da angeblich auf Salatblättern ausrutscht", erinnert sich Jorberg in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ).

Crowd-Finanzieurngen für Öko-Projekte
Die Bank bietet auch eine Plattform für sogenannte "Crowd"-Finanzierungen an, also eine Bündelung vieler kleiner privater Geldgeber für einen Kredit. Anfang 2017 ging die Investmentplattform "GLS Crowd" online – ein Joint Venture mit Crowddesk, einem auf IT-Lösungen für Schwarmfinanzierungen spezialiserten Unternehmen.

Innerhalb von sechs Stunden sei es so zum Beispiel gelungen, eine Finanzierung für einen Solardachziegelhersteller in Höhe von 1,25 Millionen Euro zusammenzubekommen, berichtet Jorberg laut FAZ. Die GLS Bank habe zudem Kredite über 3,4 Milliarden Euro vergeben, mit einem Schwerpunkt bei erneuerbaren Energien, vor Wohnen, Soziales und Gesundheit, Bildung und Kultur, Ernährung und nachhaltige Wirtschaft. "Wenn wir neuen Wohnraum finanzieren, dann keine teuren Eigentumswohnungen, wie sie hier in Frankfurt im Vordergrund stehen", ergänzt Vorstandsmitglied Aysel Osmanoglu. "Wir fördern vor allem genossenschaftliches Wohnen und Wohnungen für Familien mit mittlerem und kleinen Einkommen."

Extra-Obolus kurbelt Gebühreneinnahmen an
Zudem hat die Bank im vergangenen Jahr neun Millionen Euro allein über die 2017 eingeführte allgemeine Bankgebühr eingenommen. Im Dezember 2016 hatten Kunden auf der Mitgliederversammlung mehrheitlich dafür gestimmt, künftig zusätzlich zu den Kontogebühren freiwillig fünf Euro pro Monat oder satte 60 Euro pro Jahr zu berappen, um Negativzinsen – wie sie inzwischen zahlreiche Wettbewerber erheben – vorzubeugen. Inzwischen stammen etwa zehn Prozent der GLS-Gesamteinnahmen aus dieser Extragebühr. Auf einen so hohen Anteil komme aller Voraussicht nach keine einzige Bank in Deutschland, die Negativzinsen eingeführt hat, meint Jorberg. (fp)