Um Erbschaftsteuer zu sparen, wollen viele Immobilienbesitzer ihr Haus schon zu Lebzeiten an ihre designierten Erben weiterreichen. Die Empfänger können sich dann die hohen Freibeträge bei der Schenkungsteuer zunutze machen. Auch beim Verschenken gibt es aber einiges zu beachten, sagt Tim Wistokat, Rechtsanwalt und Leiter der Rechtsabteilung bei Poll Immobilien. Zuerst sollten Eigentümer den Wert ihrer Immobilie gutachterlich ermitteln lassen, rät er. Erst danach lässt sich überhaupt einschätzen, ob Schenkungsteuer anfällt, und wenn ja, wie hoch sie liegt.

Bei der Schenkung gibt es zahlreiche Formalitäten zu beachten. "Alle Rahmenbedingungen rund um die Schenkung einer Immobilie sollten in einem Schenkungsvertrag festgehalten werden", sagt Wistokat. Um rechtskräftig zu sein, muss der Vertrag von einem Notar beurkundet werden. Der Vertrag kann auch Vereinbarungen zur Nutzung der Immobilie enthalten oder zu Gegenleistungen, die der Empfänger erbringen muss, etwa, den Schenkenden im Alter zu pflegen oder ihm eine Leibrente zu zahlen. Im Schenkungsvertrag lässt sich zudem ein lebenslanges Wohnrecht des Schenkenden eintragen.

Wer früh schenkt, spart Steuern
Beim Steuerfreibetrag gilt: Je enger das Verwandtschaftsverhältnis, desto günstiger wird's. Ehe- und Lebenspartner müssen bis zu einem Vermögenswert von 500.000 Euro keine Schenkungsteuer zahlen. Bei Kindern liegt die Grenze bei 400.000 Euro, Enkel haben 200.000 Euro frei. Eltern, Großeltern, Geschwister sowie Onkel, Tanten, Cousinen und Cousins des Schenkenden haben einen Freibetrag von immerhin noch 20.000 Euro. Wichtig: Der Freibetrag lässt sich alle zehn Jahre neu ausschöpfen. Wer hohe Vermögenswerte übertragen will, verschenkt sie also am besten gestaffelt – und sollte früh damit anfangen. (fp)