Die Huk-Coburg hat sich entschlossen, ab Oktober keine Versicherungen mehr auf Vergleichsportalen wie Check24 oder Verivox zu listen. Das gilt auch für den Internet-Versicherer der Gruppe, die Huk24.

Als Grund für diese Entscheidung gibt der führende Autoversicherer Deutschlands die hohen Kosten an: "Unsere Autoversicherungen zählen preislich zu den günstigsten im Markt. Um diese Preisposition nicht zu gefährden, haben wir uns dazu entschieden, auf die relativ teuren Vergleichsportale zu verzichten und uns dort nicht mehr listen zu lassen", sagt Vorstandssprecher Klaus-Jürgen Heitmann in einer Pressemitteilung.

Heitmanns Aussage bezieht sich darauf, dass die Portale für die Vermittlung von Policen Provisionen erhalten. Geht der Kunde direkt zu einem Versicherer, speziell zu einer Direkttochter wie der Huk24, kommt er in aller Regel günstiger weg. Die Versicherer listen ihre Produkte zumeist aber dennoch bei den Portalen, da diese über eine große Marktmacht verfügen und sich zahlreiche Kunden an sie wenden – vor allem über Branchenprimus Check24.

Portalbetreiber in Zugzwang
Sollte das Huk-Beispiel Schule machen, gefährdet dies auch die Geschäftsgrundlage der Portale, die auf eine breite und objektive Auswahl an Tarifen setzen. Die Portale stehen diesbezüglich im Moment ohnehin in der Kritik: Im Mai bemängelte eine Studie des Verbraucherzentralen Bundesverbands Transparenz, Objektivität, Aktualität und Unabhängigkeit der Portale.

Darüber hinaus fand eine Untersuchung der Beratungsfirma Morgen & Morgen heraus, dass Portale nicht immer den wirklichen Bedarf von Konsumenten abdeckten. Und Branchenprimus Check24 musste nach einem im April ergangenen Urteil seine Erstinformationen verbessern. Diese Punkten spielten der Huk zufolge ebenfalls einen Rolle bei ihrer Entscheidung. (jb)