Mert Backir ist 25 Jahre alt und hat sein erstes Jahr als Leiter Marktgebiet bei der Postbank bereits hinter sich. Im Interview mit FONDS professionell ONLINE erklärt er, warum er sich für den Bankberuf entschieden hat, und wie das "Filialsterben" die persönliche Beratung seiner Ansicht nach auf eine neue Ebene befördern wird.


Herr Backir, Sie sind 25 Jahre alt und bereits Leiter Marktgebiet bei der Postbank. Seit wann arbeiten Sie in Ihrer jetzigen Position und wie sieht Ihre Tätigkeit aus?

Mert Backir: Ich bin in meiner jetzigen Position als Leiter Marktgebiet seit Dezember 2020 bei der Postbank tätig. Ich verantworte zwei Filialen, in denen ich unter anderem für die vertriebliche Steuerung, die Weiterentwicklung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie für die Betreuung von Auszubildenden und die Personaleinsatzplanung zuständig bin.

Wann in Ihrem Leben hatten Sie zum ersten Mal mit dem Thema Geld und Finanzen zu tun?

Backir: Das Planen von Budgets lernte ich zum ersten Mal in der Gastronomie kennen. In dem Betrieb, der von meiner Familie geführt wurde, war ich unter anderem für das Kostenmanagement zuständig. Zu dieser Zeit war ich 18 Jahre alt, ich durfte also schon früh den verantwortungsvollen Umgang mit Geld lernen. 

Aus welchen Gründen haben Sie sich dann für den Bankenberuf entschieden?

Backir: Mir hat es enormen Spaß gemacht, Menschen von meinen Vorstellungen hinsichtlich ihrer Ausgaben oder Rücklagenbildung zu überzeugen, oder von meinen zu der Zeit noch laienhaften Ideen zur Kapitalanlage. Dies wollte ich in meinem späteren Beruf zu meinem Alltag machen. In der Ausbildung zum Bankkaufmann findet sich beides wieder.

Schreckt es Sie nicht, dass viele Kunden ihre Bankgeschäfte heute online erledigen und immer mehr Filialen zusammengelegt werden?

Backir: Auf den ersten Blick wirkt es beängstigend, wenn man die Zahl der Filialschließungen bei allen Banken in den vergangenen Jahren betrachtet. Klar hat das Onlinegeschäft neben der Kostenreduktion eine große Auswirkung darauf. Ich sehe darin jedoch eine sehr große Chance. Dadurch wird meiner Meinung nach die persönliche Beratung auf eine neue Ebene gehoben. Ich denke, dass der Berater in Zukunft Ansprechpartner für komplexere Gespräche sein wird, etwa über Baufinanzierungen, Wertpapiergeschäfte und ähnliches, wohingegen der Kunde das "Alltagsgeschäft" selbst erledigt. Um die "wenigen" Kunden in der persönlichen Beratung zu halten, ist eine extrem hohe Beratungsqualität notwendig. Eben darin sehe ich langfristig eine große Chance, auch mit Blick auf einen besseren Ruf als ihn die Branche heute insgesamt hat.

Was an Ihrem Beruf macht Ihnen am meisten Spaß?

Backir: An meinem derzeitigen Beruf macht mir die Entwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am meisten Spaß. Es motiviert mich täglich, ihre Fortschritte zu sehen. Um den Vertrieb nachhaltig zu steuern, ist es aus meiner Sicht wichtig, nicht nur als "Chef" zu fungieren, sondern eher als eine Art Coach.

Was macht Ihnen weniger Freude? 

Backir: Es gibt tatsächlich kaum Dinge, die mir keine Freude bereiten. Ich wünsche mir, dass die Bankenbranche auch bei Nachwuchskräften an Attraktivität gewinnt, da sehe ich persönlich den Trend noch ausbaufähig.

Und wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus? Wo möchten Sie in fünf, wo in zehn Jahren sein?

Backir: Das sind die besten Fragen. Ich bin seit circa einem Jahr Führungskraft und möchte mein Wissen durch die Führung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stetig erweitern, denn man lernt nie aus. In fünf Jahren möchte ich mein nächstes berufliches Ziel erreicht haben: Ich möchte Filialgebietsleiter sein. In zehn Jahren möchte ich mich durch meine Performance in dieser Position fest etabliert sehen. Ob dann der nächste Schritt in der Karriere käme, kann ich jetzt noch nicht sagen, aber nichts ist unmöglich.

Vielen Dank für das Gespräch. (am)


Einen ausführlichen Bericht darüber, warum sich junge Leute heute für den Bankberuf entscheiden, finden Sie in der aktuellen  Heftausgabe 4/2021 von FONDS professionell ab Seite 392. Angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen.