Die Liberalen haben ein Herz für potenzielle Immobilienkäufer: Wer zum ersten Mal ein Haus oder eine Wohnung mit dem Ziel erwirbt, selbst darin zu wohnen, soll von der Grunderwerbsteuer befreit werden. Diesen Vorschlag hat die FDP am Montag gemacht, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet. Die Steuerbefreiung soll den Plänen nach bis zu einem Kaufpreis von 500.000 Euro gelten.

Die FDP reagiere mit dem Vorschlag auf die verschärften Baustandards sowie auf die erhöhte Abgabenlast, schreibt die FAZ. Die Politik habe es den Bürgern damit immer schwieriger gemacht, Wohneigentum zu finanzieren. Selbst Doppelverdienern sei es kaum noch möglich, sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen, sagte der FDP-Vorsitzende Christian Lindner am Montag in Berlin.

Grunderwerbsteuer in vielen Ländern bei 6,5 Prozent
Die Grunderwerbsteuer steht den Bundesländern zu. Sie dürfen seit 2006 auch den Steuersatz selbst festlegen. Bayern und Sachsen beließen es beim vormals gültigen Satz von 3,5 Prozent. In Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland sowie Schleswig-Holstein und Thüringen liegt er inzwischen jedoch bei 6,5 Prozent. Berlin und Hessen liegen mit sechs Prozent nur wenig darunter.

Die FDP will an der Autonomie der Länder grundsätzlich festhalten, schreibt die FAZ. Sie wolle sie jedoch mit einem neuen Anreiz dazu motivieren, für Erstkäufer den vorgeschlagenen Freibetrag einzuführen. Die Partei habe angeregt, der Bund solle den Ländern die Mindereinnahmen zum Teil ausgleichen. Referenzgröße soll der Steuersatz von 3,5 Prozent aus dem Jahr 2006 sein. Nach Berechnungen der Politiker könnten Menschen, die erstmals eine Immobilie kaufen, um sie selbst zu nutzen, erheblich entlastet werden. Wer etwa in Nordrhein-Westfalen ein Haus oder eine Wohnung im Wert von 400.000 Euro erwerbe, würde mit dem Freibetrag um 26.000 Euro weniger zahlen als momentan.

Wohneigentum nicht nur für Spitzenverdiener
FDP-Präsidiumsmitglied Christian Dürr sagte der FAZ zufolge, die Grunderwerbsteuer sei seit dem Jahr 2005 um stolze 160 Prozent gestiegen. "Obwohl wir uns in einem phantastischen wirtschaftlichen Umfeld bewegen, stagniert seit dem Jahr 2000 die Wohneigentumsquote in Deutschland“, erklärte er. Junge Familien und Bezieher kleinerer Einkommen würden von der Eigentumsentwicklung nahezu ausgeschlossen. "Wohneigentum soll nicht nur etwas für Spitzenverdiener sein“, mahnte Dürr. (am)