Fast neun von zehn Sparer in Deutschland rechnen damit, dass die Inflation im kommenden Halbjahr steigt, beinahe ein Viertel erwartet sogar stark anziehende Verbraucherpreise. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von Union Investment hervor. Die meisten Befragten orientieren sich bei ihren Inflationseinschätzungen an den Preisen im Supermarkt (83 %), zwei Drittel zudem an den Immobilien- und Mietpreisen (68 %) sowie an den Kosten für Kraftstoffe (66 %). Die Sorge über die aufwärts gerichtete Preisentwicklung hält sich allerdings in Grenzen.

Fast die Hälfte der Anleger, die mit steigenden Preisen rechnen, haben keine Angst um ihre Ersparnisse (48 %). Vier von zehn sind besorgt, nur elf Prozent gaben allerdings an, sich sehr große Sorgen über die Teuerung zu machen. Drei Viertel der Befragten wollen denn auch keine Veränderungen an ihrer Sparstrategie vornehmen, sie also nicht etwa inflationssicherer machen und in Aktien anlegen. Neun Prozent wollen zuerst mit ihrem Bankberater sprechen. Nur 16 Prozent wollen aktiv werden und Vermögen umschichten, hauptsächlich Männer.

Bürger sparen munter weiter
Die steigenden Inflationsraten haben kaum Auswirkungen auf das Sparverhalten. So wollen 67 Prozent der Teilnehmer in der Union-Investment-Umfrage künftig genauso weitersparen wie bisher. 19 Prozent wollen sogar mehr Geld auf die hohe Kante legen, nur 13 Prozent weniger. Bei dem genossenschaftlichen Fondsanbieter erwartet man zwar, dass die Inflation nach Sondereffekten durch die Corona-Lockerungen wieder auf ein moderates Niveau sinkt. Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsen sollten Sparer aber trotzdem aktiv werden und sich an den Kapitalmarkt wagen, sagt Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment: "Wer seine Chancen auf Rendite verbessern will, sollte handeln." (fp)