Die ING Deutschland baut ihr Wertpapiergeschäft deutlich aus. Ab 1. April dieses Jahres wird die Bank alle ETF-Sparpläne ohne Kaufgebühren anbieten. Außerdem startet das Institut im zweiten Quartal mit der Anlageberatung – diesen Schritt hatte die Bank bereits vor einem Jahr angekündigt.

"Wir machen das regelmäßige, langfristige und breit gestreute Investieren in Wertpapiere so einfach wie das Tagesgeldsparen", lässt sich ING-Deutschland-Vorstandschef Nick Jue in einer Pressemitteilung zitieren. Bereits im Oktober hatte die Bank die Mindestrate für ETF-Sparpläne auf einen Euro gesenkt.

Digital oder mit "Coach"
In der Anlageberatung fährt die ING zweigleisig: Die digitale "Komfortanlage" steht allen Kunden offen: Je nach Risikobereitschaft, finanzieller Situation und Anlagehorizont wird den Kunden einer von sieben weltweit gestreuten ING-Dachfonds empfohlen, die auf 20 ETFs und Indexfonds basieren. Die "Komfortanlage" befinde sich in der "finalen Testphase" und starte im zweiten Quartal 2021.

Einer zunächst begrenzten Anzahl von Kunden bietet die ING künftig außerdem an, per Videokonferenz auf einen "Coach" zurückzugreifen. "Die Kosten für das Angebot belaufen sich auf 0,99 Prozent des durchschnittlichen Kurswerts, es fallen keine Depotführungs- und Transaktionskosten an", heißt es in der Pressemitteilung. Interessant ist dieser Vorstoß auch deshalb, weil sich Wettbewerber wie Consors und Comdirect aus der persönlichen Anlageberatung zurückgezogen haben.

Boom im Wertpapiergeschäft
Ungeachtet der aktuellen Pläne verzeichnete das Wertpapiergeschäft der ING bereits im vergangenen Jahr einen Boom: Die Zahl der Wertpapiertransaktionen in den 1,7 Millionen Depots lag bei 26,9 Millionen und damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr (11,5 Millionen). Die Zahl der abgeschlossenen Sparpläne stieg um 60 Prozent auf 573.000. Das Depotvolumen legte im Berichtszeitraum von 45,8 auf 57,3 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich eröffneten die ING-Kunden im vergangenen Jahr 287.000 neue Depots. (bm)