Die ING Deutschland wird zu Jahresbeginn 2021 einige Transaktionskosten im Wertpapierbereich erhöhen. Dazu zählt auch eine Gebühr für die Rückgabe von Fondsanteilen an die zuständige Kapitalverwaltungsgesellschaft (KGV). Das berichtet das Branchenportal "Finanz-Szene.de" unter Hinweis auf ein aktualisiertes Preis- und Leistungsverzeichnis, das die größte deutsche Direktbank auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat. Dieses liegt FONDS professionell ONLINE mittlerweile ebenfalls vor.

Demnach werden etwa die Aufwendungen pro Order über Xetra, dem größten und bekanntesten Handelssystem Deutschlands, von 1,75 auf 1,90 Euro steigen. Für den Handel an den Derivatebörsen Euwax und "Frankfurt Zertifikate" gilt demnächst eine neue Gebühr von 1,90 Euro je Transaktion. Auch die Kosten je Auslandsorder steigen leicht an, eine Senkung gibt es hingegen beim Handelsplatz-Entgelt einiger Regionalbörsen. Der laut "Finanz-Szene.de" weitreichendere Schritt sind aber die neuen Gebühren bei der Rückgabe von Fondsanteilscheinen direkt an die KGV. Der Schritt war bisher kostenfrei, künftig werden pauschal 4,90 Euro fällig. 

Ungewöhnlicher Schritt
Die Entscheidung ist dem Branchendienst zufolge sehr ungewöhnlich für Banken. Üblicherweise nehmen diese oftmals für den Kauf ein Agio, die Rückgabe ist allerdings zumeist gratis. Der Grund: Für aktive Fonds fließt in der Regel eine Bestandsvergütung an die depotführenden Banken der Kunden, sodass sie operativ nicht darauf angewiesen seien, am Kauf oder Verkauf zu verdienen.

Die ING erklärte FONDS professionell ONLINE gegenüber auf Anfrage nach den Gründen nur, dass es sich um "eine geschäftspolitische Entscheidung" handele. "Finanz-Szene.de" vermutet, dass diese wohl der Steigerung der Provisionserträge diene. Diese machen bei der Direktbank rund ein Fünftel aller Überschüsse aus. Ebenso sei die Erhöhung der Orderentgelte so zu verstehen: Diese würden den für die Bank lukrativen außerbörslichen Direkthandel zu elektronischen Handelsplattformen wie Tradegate, L&S Exchange attraktiver machen. In diesem Direkthandel erfolge die Vergütung der vordergründig für den Kunden meist kostenfreien Transaktion für Banken wie die ING direkt von den Handelsplattformen. (jb)