Viele Menschen machen sich Sorgen, dass ihr Erspartes durch eine höhere Inflation an Wert verliert. Eine Umfrage von J.P. Morgan Asset Management zeigt dabei deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Demnach nehmen 52 Prozent der Frauen steigende Verbraucherpreise als Bedrohung wahr, aber nur 45 Prozent der Männer. Die tiefen Zinsen dagegen betrachten Sparer unabhängig vom Geschlecht als Bedrohung. Jeder Vierte hat erkannt, dass sich Spareinlagen im Niedrigzinsumfeld nicht vermehren können – und dass Handlungsbedarf besteht.

Ein überraschendes Ergebnis der Umfrage: So besorgt sich Frauen im Hinblick auf die Teuerung zeigen, so rational schätzen sie die Risiken an den Märkten ein. Rund jeder vierte Mann zeigte sich in der Befragung besorgt, dass die Schwankungen an den Kapitalmärkten den Wert eines Investments vernichten könnten. Bei den sonst so vorsichtigen Frauen war es nur jede Fünfte. "Frauen wird immer nachgesagt, dass sie zu risikoscheu bei der Geldanlage sind. Diese Antwort zeigt, dass sie Marktschwankungen sogar etwas realistischer einschätzen als Männer", kommentiert Pia Bradtmöller, Marketing-Chefin von J.P. Morgan AM.

Männer sehen guten Einstiegszeitpunkt
Viele Umfrageteilnehmer wollen die Marktschwankungen im Zuge der Pandemie zum Investieren nutzen. In diesem Punkt treffen die Geschlechterklischees dann doch wieder zu: Während 51 Prozent der Männer jetzt in den Finanzmarkt einsteigen wollen, sind es unter den Frauen nur 27 Prozent. Ein ebenso großer Prozentsatz der weiblichen Befragten lehnt ein Investment kategorisch ab. Unter den Männern wollen zwar sogar 31 Prozent momentan eher kein Geld anlegen. Sie zeigen sich aber nicht ganz so ablehnend wie die befragten Frauen. "Wer seine Ersparnisse vermehren will, wird langfristig nicht daran vorbeikommen, auf die Kraft des Kapitalmarkts zu setzen", gibt Bradtmöller zu bedenken. (fp)