Viele Menschen sind der Meinung: Über Geld spricht man nicht. Die jüngere Generation sieht das allerdings etwas anders. Das zeigt eine Umfrage der Postbank, über die die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet. Demnach haben fast 80 Prozent der 30-Jährigen kein Problem damit, öffentlich über ihr Einkommen zu parlieren. Bei den 50- bis 59-Jährigen tun das nur 46 Prozent. Geht es um monetäre Erfolge, zeigen sich Ältere erst recht verschlossen. Gerade einmal 5,5 Prozent der Deutschen, die finanziell erfolgreich sind, sprechen auch darüber. Umfrageteilnehmer unter 30 hielten dagegen nicht viel davon, finanziellen Erfolg – oder auch Misserfolg – zu verheimlichen.

Es wachse eine Generation heran, die sich im Hinblick auf Geld und Geldanlagen deutlich offener zeige als die vorangegangenen, konstatiert die SZ. Das liegt auch an der Covid-19-Pandemie: Sie hat viele – vor allem junge – Menschen zu Anlegern gemacht. Wie nachhaltig diese Entwicklung ist, muss sich allerdings erst noch zeigen. Ein Problem am aktuellen Börsenhype ist, dass Investitionen nicht unbedingt immer fundiert vorgenommen werden. In der Postbank-Umfrage attestierte sich jeder dritte Befragte mangelhaftes oder unzureichendes Börsenwissen. "Fehlt das Wissen, trifft man leicht falsche Entscheidungen, legt das Geld unrentabel an oder zu riskant – mit negativen Folgen für das eigene Vermögen und die Altersvorsorge", warnt Postbank-Wertpapierexperte Karsten Rausch. (fp)