Der AfW Bundesverband Finanzdienstleistungen hat sich in einem offiziellen Brief an die Huk-Coburg Versicherungsgruppe über einen Werbespot des Direktversicherers Huk24 beschwert. Der Verband moniert, dass der Clip die Bemühungen der Branche untergräbt, den Mehrwert einer seriösen und natürlich mit Kosten verbundenen Beratung hervorzuheben.

Die Online-Tochter des Versicherungskonzerns macht in einem circa 20 Sekunden langen Film Werbung für ihre vermeintlich günstigen Tarife, indem sie klassische Vermittler so darstellt, als ob diese ausschließlich an den Provisionen der Kunden und rauschenden Festen inklusive Damenbegleitung interessiert seien. Der kurze Film spielt in seiner Inszenierung, in der ein Business-Mann während einer Party in einem Pool sitzt und leicht-bekleidetete Frauen im Hintergrund zu sehen sind, zudem unzweideutig auf den "Sex-Skandal" der Ergo Versicherung vor einigen Jahren an. "Keine Partys, keine Reisen": Für eine Versicherung, die derartige Vergnügen für Vertriebler ausschließe, will keiner der Protagonisten arbeiten, so das Drehbuch.

Platt und voller Klischees
"Mit Unglauben und Abscheu haben wir den aktuell aus Ihrem Hause kommenden Werbespot für die Kfz-Versicherung der Huk24 zur Kenntnis genommen", schreibt Rechtsanwalt Norman Wirth, Geschäftsführender Vorstand des AfW. "Sie spielen mit solch platten Aussagen, wie sie in dem Spot zu finden sind, gerade den ständig nörgelnden 'Verbraucherschützern' in die Karten. Nicht zu vergessen einigen Insuretechs, welche ihr Geschäftsmodell einzig auf der Provisionsabgabe an die Kunden aufbauen und hierbei den notwendigen Service für die Kunden vergessen." Wirth forderte, dass der Film umgehend aus dem Netz genommen wird. Diesem Ansinnen wurde am frühen Donnerstagmorgen entsprochen: Auf der Videoplattform Youtube ist der Clip mittlerweile gelöscht.

Doch noch ist das Thema virulent: Wirth verweist in seinem Schreiben zudem auf die eigenen Compliance-Vorschriften der Huk, die ein "vorbildliches und berufsethisches korrektes Verhalten" vorschreiben. Außerdem erwartet er vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft klare, kritische Worte zu dem Spot.

In dem Zusammenhang ist tatsächlich die Frage berechtigt, ob sich der Huk-Konzern mit dem frechen Spot am Ende nicht selbst schadet. Immerhin verfügt die Huk-Coburg selbst über ein ausgedehntes Agenturnetz. (jb)