Künstliche Intelligenz (KI) ist auch in der Investmentwelt auf dem Vormarsch, doch in der Finanzberatung stehen Privatanleger der neuen Technologie nur bedingt positiv gegenüber. Dies zeigt die Anlegerstudie 2026, für die der Asset Manager Janus Henderson in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen 8 Acre Perspective 1.000 vermögende und sehr vermögende US-Investoren befragt hat.

Die allermeisten Umfrageteilnehmer (87 %) geben an, dass sie es "gut" oder zumindest "neutral" fänden, wenn ihr Finanzberater auf KI zurückgreifen würde, um Informationsmaterial zu erstellen und dieses mit ihnen zu teilen. Allerdings fühlen sich die Anleger weniger wohl dabei, wenn ihr Berater KI für persönlichere Angelegenheiten einsetzen würde. 40 Prozent der Befragten wären verärgert, sollte ihr Finanzprofi KI für die automatische Beantwortung von SMS und E-Mails nutzen. Ein Drittel (33 %) sähe es überhaupt nicht gern, wenn der Berater die Technologie für Anlageempfehlungen einsetzen würde.

Rechenschaft ablegen
Setzt ein Berater bei seiner Arbeit tatsächlich KI ein, so pochen Anleger auf Transparenz und möchten, dass der Finanzprofi ihnen Rechenschaft ablegt. So geben 85 Prozent der Umfrageteilnehmer an, sie würden im Zweifelsfall ihren Berater für KI-generierte Empfehlungen oder Unterlagen verantwortlich machen. 79 Prozent würden es nicht gutheißen, wenn der Finanzberater den Einsatz von künstlicher Intelligenz nicht offenlegte. Interessanterweise gaben nur 33 Prozent der befragten Anleger an, ihr Berater habe mit ihnen besprochen, wie er KI in der Praxis nutzt.

"Die Branche steht vor Herausforderungen, wenn es um den Einsatz von KI in der Beratung, der Kundenkommunikation und bei Anlageentscheidungen geht", sagt Matt Sommer, Head of Specialist Consulting Group bei Janus Henderson. Zwar habe KI das Potenzial, ein wertvolles Instrument für den Beratungsalltag zu sein. Finanzberater müssten sie jedoch strategisch und wohlüberlegt einsetzen. "Unter dem Strich lässt sich sagen, dass der Bedarf an von Menschen getroffenen Entscheidungen und persönlichen Beziehungen nicht durch künstliche Intelligenz verdrängt werden wird", so Sommer. Vielmehr könnte KI den Wert, den Investoren diesen Eigenschaften beimessen, sogar noch steigern. (am)