Allianz Global Investors (AGI) fürchtet mit Blick auf eine mögliche Übernahme der Commerzbank durch die italienische Unicredit kein Ende der langjährigen Vertriebskooperation mit dem Frankfurter Geldhaus. "Das ist nichts, worüber Sie sich Sorgen machen sollten", sagte AGI-Chef Tobias Pross auf einer Presseveranstaltung des Fondsanbieters auf die Frage eines Journalisten, wie groß er das Risiko für sein Unternehmen einschätze, im Falle einer Übernahme den Status als exklusiver Produktlieferant zu verlieren.

Die Vertriebspartnerschaft zwischen der Frankfurter Großbank und Allianz Global Investors geht auf den Verkauf der damaligen Commerzbank-Tochter Cominvest an die Allianz im Jahr 2009 zurück. Damals schlossen die Gesellschaften eine Vertriebsvereinbarung bis 2023. Diese Partnerschaft wurde verschiedenen Medienberichten zufolge bis 2033 verlängert.

Unicredit geht auf Distanz zum langjährigen Partner Amundi
Auf der Presseveranstaltung verwies Pross nun auf die "sehr solide Vertriebsvereinbarung" zwischen den beiden Häusern. Er betonte zudem, dass Allianz Global Investors auch mit der Unicredit kooperiere. "Wir sind bereits auf der Onemarkets-Plattform vertreten", so Pross.

Unter der Marke Onemarkets lanciert die Unicredit seit gut drei Jahren eigene Fonds, die von externen Vermögensverwaltern gemanagt werden (Subadvisory-Modell). Mittlerweile umfasst diese Palette mehr als 50 Produkte, in denen über 30 Milliarden Euro verwaltet werden, sagte Onemarkets-Manager Frank Weingarts jüngst im Gespräch mit FONDS professionell. Kürzlich wurden erste ETFs lanciert, Alternatives-Fonds sollen folgen. Die langjährige enge Vertriebspartnerschaft mit Amundi steht dagegen vor dem Aus. Die Unicredit hat bereits Milliarden aus Fonds des französischen Asset Managers abgezogen.

Relevante Teile des Marktes könnten neu verteilt werden
In der Asset-Management-Branche sorgt das wahrscheinliche Ende der Unicredit-Amundi-Kooperation seit Monaten für Gesprächsstoff, weil hier ein relevanter Teil des Marktes neu verteilt werden dürfte. Sollte die Unicredit bald bei der Commerzbank das Ruder übernehmen, könnte auch die Vertriebsvereinbarung mit Allianz Global Investors auf den Prüfstand gestellt werden, so die Vermutung – die AGI-Chef Pross nun gegenüber der Fachpresse zu entkräften versuchte. (bm)