Gratiskonten werden immer seltener, Kontoführungsgebühren und "Verwahrentgelte" greifen um sich. Die Stiftung Warentest hat nun Girokonten von 152 Banken und Sparkassen untersucht, die zusammengenommen rund 70 Prozent des Marktes abdecken. Die Tester wollten sehen, wo Verbraucher noch ohne Gebühren oder Strafzinsen davonkommen. Das Ergebnis ist ernüchternd, schreibt das "Handelsblatt": Gerade einmal 14 von insgesamt 380 untersuchten Konten sind ohne Bedingungen kostenlos zu haben. Das sind noch einmal zehn Angebote weniger als vor einem Jahr.

Zehn der verbliebenen Gratiskonten gibt es bei überregional tätigen Banken: 1822direkt, C24 Bank, DKB, KT Bank, Raiffeisenbank im Hochtaunus, PSD Bank Nürnberg, Santander, Sparda-Bank Hessen und VR Bank Niederbayern-Oberpfalz. Auch die Edekabank bietet Kostenlos-Konten an, allerdings nur für ihre eigenen Mitarbeiter. Mehrere Geldhäuser, die beim Test im vergangenen Jahr noch unter den Gratis-Anbietern waren, gewähren ihren Kunden die Kostenfreiheit inzwischen nur noch unter bestimmten Bedingungen, etwa in Verbindung mit einem Mindestgeldeingang. Zu diesen Instituten gehören etwa die Norisbank, Comdirect und O2Banking.

Die Preise steigen
Es gibt nicht nur immer weniger Gratis-Girokonten – kostenpflichtige Angebote werden auch immer teurer. Wie das "Handelsblatt" schreibt, weist die Stiftung Warentest darauf hin, dass die Kosten für private Girokonten in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich stark gestiegen sind. In den Jahren 2015 bis 2019 kletterten die Preise um rund 25 Prozent.

Weitere Preiserhöhungen dürften für Banken schwerer durchzusetzen sein: Der Bundesgerichtshof hat im April geurteilt, dass für Preisänderungen die ausdrückliche Zustimmung der Kunden nötig ist. Schweigen darf nicht als Einverständnis gewertet werden. Inwieweit Kunden ihre Zustimmung verweigern können, ohne gekündigt zu werden, ist allerdings fraglich. (fp)