Für viele Angestellte wird die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) 2021 teurer. Grund: Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) ist auf jährlich 58.050 Euro (4.837,50 Euro pro Monat) gestiegen (2020: 4.687,50 Euro monatlich). Bis zu dieser Grenze wird das Bruttoeinkommen für die Berechnung der Beiträge in der GKV und gesetzlichen Pflegeversicherung herangezogen.

Zudem steigt der gesetzlich zulässige Zusatzbeitrag zur GKV gegenüber 2020 um 0,2 Prozentpunkte auf 1,3 Prozent. Davon machen die Kassen unterschiedlich stark Gebrauch. Von den 103 Anbietern haben 40 ihren Zusatzbeitrag erhöht, zwei gesenkt und 40 unverändert gelassen. "Die Erhöhungen liegen fast alle zwischen 0,1 und 0,6 Prozentpunkten", hat Thomas Adolph, Geschäftsführer der Kassensuche GmbH als Betreiber des Online-Portals Gesetzlichekrankenkassen.de, beobachtet.

Viele Große verlangen höheren Zusatzbeitrag
Auch Kassen mit besonders vielen Mitgliedern sind betroffen, beispielsweise die TK – Techniker Krankenkasse (+ 0,5 Prozentpunkte), die meisten AOK, Knappschaft, Barmer oder die IKK Classic. Insgesamt sind über 37 Millionen der gut 56 Millionen Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen von Beitragserhöhungen betroffen. Der Gesamtbeitragssatz schwankt zwischen 14,8 Prozent bei der günstigsten (BKK Wirth) und 17,3 Prozent bei der teuersten(BKK Stadt Augsburg).

Auch wenn nicht jede Krankenkasse in jedem Bundesland zur Auswahl steht, ist das Sparpotenzial für Versicherte hoch - bis zu 440 Euro lassen sich mit einem Wechsel sparen. "Angesichts der teils deutlich gestiegenen Beiträge sollten Versicherte unbedingt prüfen, ob neben dem Beitrag auch das Leistungsspektrum ihrer Krankenkasse passend ist – und umfassende freiwillige Mehrleistungen sind oft deutlich mehr wert als kleine Differenzen beim Zusatzbeitrag", betont Adolph.

Schnellerer und vereinfachter Wechsel möglich
Im Gegenzug zu den Beitragserhöhungen ist ein vereinfachter Wechsel möglich: Dem neuen Anbieter muss nur noch schriftlich mitgeteilt werden, dass man Mitglied werden will. Eine schriftliche Kündigung bei der alten Kasse ist nicht mehr nötig. Erhöht diese den Zusatzbeitrag, besteht sogar ein Sonderkündigungsrecht: Die Kündigung wird zum übernächsten Monat wirksam. Wer seinen Job wechselt, kann bis spätestens 14 Tage nach Beschäftigungsbeginn eine neue Kasse wählen, ohne die übliche Bindungsfrist einzuhalten. Diese Bindungsfrist verkürzt sich generell ab 2021 auf 12 Monate (bis 2020: 18 Monate).  

Das Portal Makleraktiv.de bietet allen im Vermittlerregister eingetragenen Beratern die Möglichkeit, mit geringem Aufwand die passende gesetzliche Krankenkasse für ihre Kunden zu ermitteln und somit eine noch bessere Rundumbetreuung zu bieten. Dabei werden in der interaktiven Suche aus über 70 Leistungspunkten diejenigen ausgewählt, die dem Kunden besonders wichtig sind.

Makler können Wechselwilligen helfen und verdienen
Zumeist kann auch gleich eine Mitgliedschaft beantragt werden, wofür die Kassen dem Vermittler eine Aufwandsentschädigung zahlen. Die Antragsformulare sind im Portal hinterlegt. Registrierten Vermittlern wird eine zentrale Abwicklung des Antragsprozesses und die Auszahlung der Provision geboten. "Aktuell zahlen die Kassen pro Antrag bis zu 98,70 Euro Aufwandsentschädigung", berichtet Adolph. Weitere Vergütungen wie Bestandsprovisionen, Mengenstaffelungen oder Superprovisionen seien den Kassen von den Aufsichtsbehörden strikt untersagt.

Adolph reicht von dieser Aufwandsentschädigung derzeit 65 Euro an den Makler weiter. Begründung: "Wenn Vermittler über uns einreichen, stellen wir ihnen eine komplette Infrastruktur mit Vergleichsrechnern samt detaillierter und rechtssicherer Leistungsvergleiche zwischen zwei Kassen sowie die komplette Abwicklung zur Verfügung und ersparen Maklern damit auch Direktanbindungen an die Kassen."

Professionelle Infrastruktur für rechtssicheren Rat nutzen
Die Anbindung an das Portal makleraktiv.de sei simpel – und beinhalte nur eine kurze Vereinbarung, die den Makler weder zu Geschäft noch zu irgendwelchen Kostenzahlungen verpflichtet. Lediglich auf die "Wettbewerbsrichtlinien der Aufsichtsbehörden der Gesetzlichen Krankenkassen" werden Berater verbindlich verpflichtet.

Der Makler bekommt die Zugangsdaten zu makleraktiv.de und kann die Vergleichsrechner und den weiteren Server (zum Beispiel für den Einbau eines einfachen Vergleichsrechners auf der eigenen Makler-Homepage mit Abschlussmöglichkeit) voll nutzen. "Erst, wenn er einen Antrag über uns abwickelt, erheben wir unseren Anteil an der Aufwandsentschädigung mit der nächsten monatlichen Abrechnung", so Adolph, der jahrzehntelang auch eine Maklerfirma leitete. (dpo)