Das Kreditportal Smava bläst im Wettbewerb der Kreditvermittler erneut zum Angriff. Das Unternehmen hat seinen Negativzins-Kredit zum wiederholten Mal ausgeweitet: Kunden, die bestimmte Bonitätsvoraussetzungen erfüllen, können sich nun Geld zu einem effektiven Jahreszinssatz von minus zehn Prozent leihen. Bisher lag der Negativzins bei Smava zwischen minus 0,4 und minus fünf Prozent. Wer sich auf dem Kreditportal 1.000 Euro leiht, zahlt mit dem neuen Zinssatz im Laufe von zwei Jahren nur 894 Euro zurück, rechnet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) vor. Er spart also 106 Euro.

Ende vergangenen Jahres hatte Smava bereits den Rahmen für Kredite mit Negativzinsen deutlich erhöht, von 1.000 auf 10.000 Euro – auch in diesem Fall nur für Kunden mit guter Bonität. Das Kreditportal ist in Deutschland Vorreiter bei solchen Sonder-Angeboten. Im Jahr 2017 brachte Smava den ersten Negativzins-Kredit auf den deutschen Markt, andere Anbieter zogen nach. Mit seinem Vorstoß bei der Höhe des Negativzinses setzt das Unternehmen seine Konkurrenten nun einmal mehr unter Zugzwang.

Weiteres Wachstum soll über Börse finanziert werden
Dem eigenen Geschäft bekommen die "Zinsschnäppchen" offenbar nicht schlecht. Das Kreditvermittlungsportal will sich für weiteres Wachstum frisches Kapital am Aktienmarkt holen und hat deshalb erstmals einen Einblick in die eigenen Bücher gegeben. Demnach hat Smava in den vergangenen zwei Jahren Kredite mit einem Gesamtvolumen von rund 20 Millionen Euro zu Zinsen zwischen minus 0,4 und minus fünf Prozent ausgegeben. Das gesamte Kreditvolumen der Plattform lag im vergangenen Jahr bei mehr als zwei Milliarden Euro – ein Plus von 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 

"Wir bereiten uns auf einen Börsengang vor", bestätigte Smava-Geschäftsführer Alexander Artopé am Montag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX in Berlin. Details zu Volumen, Zeitpunkt oder dem angepeilten Börsensegment wollte er noch nicht nennen. Es werde aber auf jeden Fall eine Notiz in Deutschland angepeilt. (fp/ps)