Der große Durchbruch von Kryptowährungen in Deutschland lässt weiter auf sich warten. Das zeigt eine aktuelle Studie der Management- und Technologieberatung Bearingpoint zur Akzeptanz digitaler Währungen. Zwar ist die Bekanntheit von Bitcoin & Co. mit 92 Prozent nahezu flächendeckend, im Alltag spielen Kryptowährungen jedoch weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. Ob als Zahlungsmittel, Wertaufbewahrungsmittel oder Recheneinheit – die Mehrheit der Deutschen setzt nach wie vor auf staatliche Währungen und Gold.

Die hohe Bekanntheit von Kryptowährungen ist kein neues Phänomen. Bereits seit mehreren Jahren liegt sie stabil über der Marke von 90 Prozent. Während 2016 nur rund fünf Prozent der Befragten angaben, Kryptowährungen zu kennen, schoss dieser Wert 2017 sprunghaft nach oben. Bei der tatsächlichen Nutzung spiegelt sich diese Entwicklung jedoch nicht wider: 2025 geben lediglich acht Prozent der Befragten an, Kryptowährungen zu verwenden – nach fünf Prozent im Jahr 2016. Mehr als die Hälfte der Befragten (51%) hat zwar von Kryptowährungen gehört, weiß aber nicht, wie sie funktionieren.

Krypto als "digitales Gold" – mit begrenzter Akzeptanz
Zunehmend werden Kryptowährungen als eine Art "digitales Gold" wahrgenommen. Immerhin 20 Prozent der Befragten halten sie für ein geeignetes Wertaufbewahrungsmittel. Dennoch liegen klassische Alternativen deutlich vorn: Gold wird von 84 Prozent der Befragten als geeignet angesehen, staatliche Währungen von 77 Prozent.

Auch bei den weiteren klassischen Geldfunktionen schneiden Kryptowährungen schwach ab. Lediglich neun Prozent der Befragten bewerten Kryptowährungen als gutes oder sehr gutes Zahlungsmittel. Staatliche Währungen liegen mit 85 Prozent klar an der Spitze, Gold erreicht immerhin elf Prozent und liegt damit ebenfalls noch vor Kryptowährungen. Als Recheneinheit bleiben digitale Währungen ebenfalls ein Randthema: Nur 14 Prozent der Befragten vergleichen Preise in Kryptowährungen, während Gold auf 33 Prozent und staatliche Währungen auf 77 Prozent kommen.

Als Geldanlage wenig Vertrauen
Auch als Anlageform haben Kryptowährungen in Deutschland weiterhin einen schweren Stand. Zwar geben 18 Prozent der Befragten an, bereits in Kryptowährungen investiert zu haben. Grundsätzlich halten jedoch nur 27 Prozent Kryptowährungen für eine geeignete Geldanlage. Zum Vergleich: Aktien kommen auf 68 Prozent Zustimmung, Gold auf 72 Prozent und staatliche Währungen auf 73 Prozent. Diese Einschätzungen haben sich seit 2017 kaum verändert.

Besonders gering ist das Vertrauen in Kryptowährungen als Inflationsschutz. Nur 14 Prozent der Befragten sehen sie als geeignetes Mittel gegen Geldentwertung – ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr, als es noch 18 Prozent waren. Die Skepsis ist weiterhin groß: 51 Prozent nennen die hohen Wertschwankungen als Hauptargument gegen ein Investment. Jeweils 41 Prozent verweisen zudem auf regulatorische Unsicherheiten und Risiken bei der Verwahrung. Alle diese Werte sind im Vergleich zur Umfrage 2024 weiter gestiegen.

Digitale Zentralbankwährungen stoßen auf mehr Interesse
Deutlich größer ist das Interesse an digitalen Zentralbankwährungen. 35 Prozent der Befragten würden eine digitale Zentralbankwährung wie den digitalen Euro als Zahlungsmittel nutzen. Damit liegen sie klar vor Kryptowährungen (15%), Stablecoins (14%) und tokenisierten Bankeinlagen (15%). Stablecoins und tokenisierte Bankeinlagen bleiben somit deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass digitale Zentralbankwährungen eine Marktlücke schließen könnten. Im Vergleich zu bereits existierenden digitalen Geldformen geben mehr als doppelt so viele Menschen an, eine digitale Zentralbankwährung nutzen zu wollen. (mb)