Angesichts von "großen wirtschaftlichen Herausforderungen" hat LBBW-Vorstandschef Rainer Neske unter anderem mehr Leistungsbereitschaft in Deutschland angemahnt. Dies berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg". 

Entscheidend sei aus Neskes Sicht, nüchtern auf die Realität zu schauen – ohne Schwarz-Weiß-Malerei, "aber auch ohne unbequeme Wahrheiten auszublenden", schrieb Neske am späten Montag (27.7.) in einem Beitrag beim sozialen Netzwerk Linkedin. "Auch die Frage, wie wir als Gesellschaft wieder mehr Leistungsbereitschaft mobilisieren, gehört ehrlich auf den Tisch", erklärte er.

Feiertag streichen ist "nicht unmenschlich"
Kurz zuvor hatte Neske in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" erneut auch die Streichung eines Feiertags in die öffentliche Debatte gebracht. Ein solcher Schritt sei "nicht unmenschlich", befand der Top-Banker.

In seinem Linkedin-Beitrag schrieb Neske, hohe Kosten, geopolitische Unsicherheiten, technologische Umbrüche und zunehmender internationaler Wettbewerb verlangten mehr als nur kurzfristige Antworten. "Wir brauchen wieder mehr Ehrgeiz, unseren Wohlstand aktiv zu erarbeiten. Mehr Investitionen in Innovation, Technologie und Infrastruktur. Mehr Mut zur Veränderung. Mehr Offenheit für Produktivitätssprünge durch Digitalisierung, KI und Automatisierung", erklärte Neske.

Vernünftige Grundlage für nächste Generation schaffen
Gleichzeitig müsse sorgsam mit den finanziellen Spielräumen umgegangen werden, die Deutschland noch habe. Investitionen in die Infrastruktur und die Zukunftsfähigkeit seien richtig. Reine staatliche Nachfrage ersetze aber keine dauerhaft starke Wirtschaft. Es müssten die Grundlagen dafür geschaffen werden, dass auch die nächste Generation in Wohlstand und mit Perspektive leben könne. Dazu könne und müsse jeder seinen Beitrag leisten. (Bloomberg/am)