Maklergenossenschaft erfolgreich mit Maklern als Investoren
Die Maklergenossenschaft Vema blickt auf die Geschäfte des Vorjahres zurück, gibt einen Ausblick aufs laufende Jahr und stellt neue Projekte vor – darunter der Investment-Seitenarm mit der BCA.
Die Vema Versicherungsmakler Genossenschaft hat Ende 2025 mehr als 5.030 Maklerbetriebe mit über 35.000 Mitarbeitern als Partner gehabt, teilte Vema-Vorstandschef Andreas Brunner am Mittwoch (8.7.) in einer Online-Konferenz mit. Der Zuwachs ist jedes Jahr enorm. Zum Vergleich: 2019 waren es rund 3.370 Maklerbetriebe mit gut 22.100 Mitarbeitern.
Im vergangenen Jahr sind weitere 362 Partnerbetriebe hinzukommen (2024: +269 Betriebe). Im Juli sind es nun insgesamt bereits über 5.157. Die Partnerbetriebe profitieren von vielen Online-Services der Genossenschaft für die Maklerbüros, die als kostenloser Mehrwert ankommen. "Wir sind der einzige große Maklerverbund in Deutschland ohne Investoren von außen", betonte Brunner kürzlich auf den "Vema-Tagen 2026".
Gewinne fließen in Dienstleistungen und Umsatzrückvergütung
Der Gewinn fließe ausschließlich in die Genossenschaft und an die Partnermakler – zu gleichen Teilen von je einem Drittel in Investitionen für neue Dienstleistungen, eine Sicherheits-Rücklage der Genossenschaft und die Umsatzrückvergütung. Und anders als ein Pool lege die Vema größten Wert darauf, dass Partnerbetriebe und Versicherer auf Basis direkter Courtage-Zusagen zusammenarbeiten.
Zudem sei gewährleistet, dass der Bestand des Maklers auch wirklich dessen Bestand ist und bleibt. "Damit das Lebenswerk am Ende in guten Händen bleibt und an andere Partnermakler veräußert werden kann, haben wir den Vema-Unternehmermarktplatz geschaffen, wo wir Kauf- und Verkaufswillige aus derselben Region zusammenbringen", so Brunner.
Die Vema arbeitet regelmäßig daran, den – für sich betrachtet – eher kleinen Maklerbetrieben in der Gemeinschaft die Schlagkraft eines Großkonzerns zu verschaffen. Jüngste Beispiele: ein Industrie-Underwriting-Desk, Service-Level-Vereinbarungen mit diversen Versicherern sowie die BCA-Kooperation als starker Investment-Seitenarm. Ersteres ermögliche den zumeist im Gewerbegeschäft tätigen Partnermaklern, auch Industrie-Risiken zu zeichnen, und das Zweite stärke die Einkaufsmacht durch inzwischen über 150 Deckungskonzepte und 212 Sondervereinbarungen mit ausgewählten Versicherern, mit denen zugleich feste Reaktionszeiten und klare Zuständigkeiten im Schadenfall vereinbart sind. "Damit kommt Leistung auch beim Makler an", betont Vema-Vorstand Johannes Neder.
Diversifikation durch weitere 34er-Zulassungen angestrebt
"Die BCA-Kooperation soll Vema-Makler, die überwiegend im Kompositbereich tätig sind, beim Schritt zum 'Allfinanzmakler' unterstützen", so Neder. Dazu gebe es über den Kooperationspartner Going Public entsprechende Vorbereitungskurse für den Sachkundenachweis, die die Genossenschaft bezuschusst.
Um eine gute Ertragssituation zu sichern und die Firma damit zukunftssicher aufzustellen, scheint eine Diversifikation des eigenen Angebots unausweichlich. Sich stärker für das Personengeschäft – speziell im Kranken- und Biometriebereich – zu öffnen, liege nahe. "Wir empfehlen aber, einen Schritt weiter zu gehen und sich ebenfalls um die Zulassung als Finanzanlagenvermittler (Paragraf 34f GewO) und Immobiliendarlehensvermittler (Paragraf 34i GewO) zu bemühen", ermuntert Neder.
Mehrwert für Makler mit Produktveredelung und Service
Die Genossenschaft setzt weiter auf die Produktveredelung. Allein im Kompositbereich würden inzwischen jeden Tag durchschnittlich 2.500 Deckungsnoten über die von der Vema zur Verfügung gestellten Tarif- und Vergleichsrechner eingedeckt. "Das Maklerverwaltungsprogramm 'VEMAoffice' – als offene Plattform konzipiert – verarbeitet jede Sekunde ein Dokument automatisch, zieht es aus den Portalen der Versicherer und weist es automatisch zu", berichtet IT-Vorstand Thomas Hirsch.
Aktuell werden so acht Millionen Kunden und deren Verträge verwaltet. 119 Millionen Dokumente wurden bisher aus den verschiedenen Intranets der Versicherer abgerufen, dunkelverarbeitet und automatisch zugeordnet. Zudem bietet die Vema ihren Maklerpartnern über ein Bestands-Update die Möglichkeit, eigene Altbestände, aber auch Verträge, die man bei Neukunden vorfindet, zur bisherigen Prämienhöhe in ein Vema-Deckungskonzept mit entsprechend besseren Leistungen zu überführen.
Overhead kommt auch Eigentümern zugute
Offenbar schätzen die Partnermakler die Strategie der Genossenschaft. Das spiegelt sich in den Geschäftszahlen wider. Im Vorjahr lag der Vema-Umsatz bei 68,4 Millionen Euro (+24 Prozent). "Das entspricht Courtage-Erlösen von rund 530 Millionen Euro, die unsere Partner direkt von den Versicherern bekommen", betont der Vorstandschef. Man finanziere sich aus einem Overhead, den die Genossenschaft von den Versicherern auf das Geschäft der Partner obendrauf erhält.
Die Genossenschaft selbst hat 2025 neun Millionen Euro Gewinn vor Steuern gemacht – 83 Prozent mehr als 2024 –, zu denen noch 17 Millionen Euro Umsatzrückvergütung hinzugerechnet werden müssten, so Neder. Die inzwischen über 2.360 Genossenschaftsmitglieder bekamen insgesamt 14,1 Millionen Euro Umsatzrückvergütung (2021: 6,01 Millionen Euro). Jeder Genosse erhält zudem 7,5 Prozent Dividende auf seine Einlage von 2.600 Euro. (dpo)















