Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) hat beim Landgericht München Klage gegen Check24 eingereicht. Das meldet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ), der die 71 plus 300 Seiten Anlagen umfassende Klageschrift vorliegt. Grund für das neue Scharmützel zwischen Verband und Vergleichsportal (eine langjährige Auseinandersetzung  über die gesetzkonforme Beratung von Check24 wurde im April 2017 entschieden) ist eine Jubiläums- respektive Rabatt-Aktion. Damit verstößt Check24 nach Meinung des Verbandes gegen das Provisionsabgabeverbot, sodass er das Portal im Oktober 2018 bereits abgemahnt hatte.

Worum geht es? Das Münchner Online-Unternehmen hatte zwischen dem 20. September und dem 10. Oktober "Versicherung Jubiläums Deals" angeboten. Wenn Kunden in diesem Zeitraum über einen bei Check24 gelisteten Anbieter eine Police für Privathaftpflicht, Hausrat, Unfall, Krankenhauszusatz, Zahnzusatz, Rechtsschutz, Risikoleben oder Kfz abschlossen, erhiellten sie je nach Art der Vertrages einen Betrag in Höhe von bis zu einer Jahresprämie gutgeschrieben.

Kunden, die an der Aktion teilnahmen, wurde der Betrag aber nicht von den jeweiligen Check24-Maklern wie dem "Check24 Vergleichsportal für Kfz-Versicherungen GmbH", sondern der Konzernmutter Check24 GmbH erstattet. Zudem wird die Prämie nicht für den Abschluss einer Versicherung gezahlt, sondern für die Eröffnung eines Kundenkontos bei Check24 – jetzt oder bereits in der Vergangenheit. 

BVK will weitere Rabatt-Aktionen verhindern
"Nach unserer Auffassung stellt die Rückgewährung von Versicherungsprämien nichts anderes dar als eine nachgelagerte Provisionsabgabe, auch wenn diese im konkreten Fall über die Muttergesellschaft der jeweils werbenden Check24-Versicherungsvermittlungsgesellschaften erfolgt", sagte BVK-Präsident Michael H. Heinz zu der Aktion bereits im vergangenen Oktober. Mit der nun erfolgten Klage will der Vermittlerverband laut der FAZ weitere Rabatt-Aktionen verhindern. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass Check24 solche Aktionen wiederholen wird, sei es zu Ostern, Weihnachten oder zum elfjährigen Jubiläum", so Heinz gegenüber der Zeitung.

Check24 sieht die Angelegenheit anders und hält damals wie heute dagegen, dass die Erstattung nicht über die Versicherungsvermittlung erfolgt sei, wie ein Check-24-Sprecher sagte. "Der BVK führt kein Verfahren im Sinne des Verbrauchers", erklärte er der Zeitung. Rabatte seien in der Kundengewinnung absolut branchenüblich. (jb)