Rund drei Wochen nach dem Start der EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid II liegen zu fast allen Fonds die für den Vertrieb nötigen Angaben vor. WM Datenservice, der zentrale "Daten-Hub" der Branche, bietet nach eigenen Angaben inzwischen zu 48.900 Anteilsklassen Zielmarktdefinitionen an, hinzu kommen Ex-ante-Kostenquoten zu rund 46.400 Fonds. WM schätzt, dass der relevante Gesamtmarkt etwa 50.000 Anteilsklassen umfasst.

In den ersten Tagen nach dem Jahreswechsel hatte es hier große Probleme gegeben: Teils lieferten Fondsgesellschaften ihre Angaben fehlerhaft oder verspätet ein, teils knirschte es bei der Kommunikation zwischen den Anbietern, WM Datenservice und den Finanzvertrieben (lesen Sie hierzu auch das Interview mit WM-Datenservice-Geschäftsführer Torsten Ulrich).

Bei NFS Netfonds blieben viele Felder zunächst leer
Auch bei NFS Netfonds, einem der größten Haftungsdächer für den freien Vertrieb in Deutschland, hat sich die Datenverfügbarkeit deutlich verbessert. NFS-Geschäftsführer Christian Hammer hatte sich Anfang Januar enttäuscht von der schlechten Datenqualität gezeigt. Weil über die WM-Schnittstelle zahlreiche Felder zunächst leer blieben, musste NFS die Angaben zu den wichtigsten Fonds aus verschiedenen Quellen selbst zusammentragen und in die hauseigene Datenbank einpflegen (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Nach Veröffentlichung des Artikels bei FONDS professionell ONLINE meldeten sich mehrere Fondsanbieter bei NFS, um dem Problem auf die Spur zu kommen. Denn obwohl die Investmentgesellschaften die Daten längst an WM gemeldet hatten, waren sie über die NFS-Systeme vor einigen Tagen noch nicht abrufbar. "Ich finde es sehr positiv, wie sich die Fondsanbieter hier engagiert haben", sagt Hammer.

Einige Investmenthäuser meldeten sich in der Redaktion und betonten, der Grund für die Datenpanne sei nicht bei ihnen zu suchen. "Alle anderen Vertriebspartner, mit denen wir gesprochen haben, konnten schon seit 22. Dezember über WM auf unsere Daten zugreifen", sagte beispielsweise ein Sprecher von Allianz Global Investors.

Zu früh für ein endgültiges Fazit
Inzwischen seien die relevanten Angaben vieler Häuser problemlos in der NFS-Datenbank zu finden, so Hammer, darunter von Anbietern wie Allianz Global Investors, Deutsche Asset Management, J.P. Morgan Asset Management oder Carmignac. "Deren Daten lagen bei WM zwar schon vor, aber in einer anderen Datei, als uns ursprünglich kommuniziert worden war. Nun haben wir begonnen, die Datei erneut zu importieren, und ich bin sehr zuversichtlich, dass die Qualität dann deutlich besser ist als vor zwei Wochen", sagt Hammer. Für ein endgültiges Fazit sei es jedoch noch zu früh. Dazu möchte Hammer den Import und die Auswertung der kompletten Daten abwarten. (bm)