Die EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid II ist aus Sicht von Beratern und ihren Kunden ein Dauerärgernis. Finanzprofis stöhnen angesichts der Vielzahl an neuen Anforderungen und formalen Schritte, die sie beachten müssen, über den damit verbundenen Mehraufwand. Kunden andererseits sind genervt von der Papierflut und den langen sowie obendrein aufzeichnungspflichtigen Beratungsgesprächen. Die Finanzaufsicht Bafin indes sieht die Angelegenheit naturgemäß etwas anders. Nach dem Motto "Kontrolle ist besser" schaut sie unter anderem auch darauf, ob Banken und Vermögensverwalter die Mifid-II-Bestimmungen korrekt umsetzen.

Das hat sie jetzt in einem Umfrage-Update überprüft – eine erste Marktuntersuchung machte sie direkt ein paar Wochen nach dem Mifid II-Start Anfang 2018. Diesmal haben 40 Kreditinstitute – jeweils zehn Sparkassen und Genossenschaftsbanken sowie insgesamt 20 Privat- und Auslandsbanken  – freiwillig die Fragen der Behörde beantwortet, die schwerpunktmäßig um die Themen Kostenausweise und Kostentransparenz, Taping und Geeignetheitserklärung kreisten.

Das Fazit der Aufsicht fällt erneut gemischt aus: Die Institute informieren ihre Kunden heute überwiegend detailliert und individuell vorab über die anfallenden Kosten ihrer Anlageentscheidung. Dagegen haben die meisten Banken und Sparkassen nach wie vor ihre liebe Not damit, Kunden die Gründe für eine Anlageempfehlung zu erklären, so die Bafin.

Die detailierten Ergebnisse der Bafin-Umfrage haben wir zusammengefasst – klicken Sie sich einfach durch unsere Bilderstrecke oben. (jb)