Europas Investoren haben sich im Juli trotz geopolitischer Konflikte und möglicher Zinserhöhungen in den USA nicht von Fondskäufen abhalten lassen. Insgesamt netto 51,5 Milliarden Euro flossen in dem Monat in Fonds (eingeschlossen Geldmarktfonds), wie die Analysten von Morningstar melden. Im gesamten Jahresverlauf 2014 waren es bislang 283,8 Milliarden Euro. Aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten haben sich Anleger laut Morningstar aber hauptsächlich risikoaversen Sondervermögen zugewandt, wovon in erster Linie defensive Mischfonds und Rentenportfolios profitierten. Aber auch Aktienfonds konnten sich gegenüber dem Vormonat Juni stark verbessern.

Zusammen netto 16,1 Milliarden Euro flossen in Mischfonds. Folgt man der Analyse von Morningstar so zeigt sich, dass sich vor allem defensiv ausgerichtete Fonds über Neugelder freuen konnten: Unter den Top-10-Kategorien mit den höchsten Zuflüssen im Juli finden sich drei Mischfondsklassen. Diejenigen mit den meisten Neugelder (2,7 Milliarden Euro) ist "Mischfonds defensiv Euro". Auf dem vierten Platz landen Fonds der Morningstar-Kategorie "Mischfonds defensiv global Euro" (2,0 Milliarden Euro). "Andere Mischfonds" sammelten 1,7 Milliarden Euro ein, was Platz acht bedeutet.

Schwellenländer-Aktien-Fonds mit hohen Zuflüssen
Von der vorsichtigen Haltung der Anleger profitierten auch Rentenfonds, denen netto 12,7 Milliarden Euro zuflossen, wenngleich dies ein Rückgang gegenüber Juni ist (siehe Tabelle). Im bisherigen Jahresverlauf sind Anleihenfonds aber 84,4 Milliarden Euro anvertraut worden – bei Mischfonds waren es 82,1 Milliarden Euro. Unter den Rentenfonds hat die Kategorie "Anleihen flexibel Euro" mit netto 1,9 Milliarden die höchsten Zuflüsse registriert. Und auch die Manager von Geldmarktfonds konnten sich im Juli freuen: 12,4 Milliarden Euro trugen Anleger zu ihnen.

Aufgrund dieser vorsichtigen Grundhaltung verwundert es nicht, dass Aktienfonds nur netto 8,1 Milliarden Euro zuflossen; auf das gesamten vergangenen sieben Monate seit Jahresbeginn waren es laut Morningstar 41,1 Milliarden Euro. Bemerkenswert ist aber, dass Anleger wieder mehr Vertrauen in diese Fonds hatten, nachdem sie diesen im Juni nur rund 700 Millionen Euro anvertraut hatten. Interessant ist auch, dass auf den Plätzen zwei und drei der Kategorien-Top-Ten im Juli zwei Aktienfondskategorien landeten: "Aktien Schwellenländer Global" (2,4 Milliarden Euro) und "Aktien Asien-Pazifik ex Japan" (2,3 Milliarden Euro).

Blackrock toppt andere Fondsgesellschaften
Bei den Fondsgesellschaften lagen im Juli Blackrock (+3,4 Milliarden Euro), JP Morgan Asset Management (+3,3 Milliarden Euro), UBS (+2,5 Milliarden Euro), Deutsche Asset & Wealth Management (+1,8 Milliarden Euro) sowie Pioneer Investments (+1,6 Milliarden Euro) vorne. Der Fonds mit den europaweit höchsten Zuflüssen im Juli (1,3 Milliarden Euro) wird ebenfalls von Blackrack gemanagt: Der Blackrock UK Equity Tracker. (jb)

 

Geschätzte Mittelzuflüsse in Mrd. Euro
FondskategorieJuliJuni2014
Misch16,1012,5082,10
Alternatives2,603,3031,30
Rohstoff-0,100,20-0,04
Wandelanleihen-0,700,206,00
Aktien8,100,7042,10
Renten12,7018,5084,40
Immobilien0,300,903,80
Verschiedenes-0,06-0,20-0,02
Unklassifiziert0,200,101,30
Geldmarkt12,40-8,8032,70
Total51,5027,30283,80

Quelle: Morningstar