Den globalen Durchschnittsanleger gibt es nicht, denn Anlagestrategien variieren von Land zu Land stark. Und die Deutschen sind besonders risikoscheu. Zu diesem Ergebnis kommt die Global Investor Portfolio Study von Morningstar. Die Ratingagentur verglich 14 Länder aus den Regionen Asien-Pazifik, Europa und Nordamerika. "Anleger in Deutschland sind in der Regel risikoavers und bevorzugen risikoarme Instrumente wie Festgeld- und Sparkonten sowie Versicherungsprodukte", sagt Natalia Wolfstetter, Director of Manager Research. Weniger als 20 Prozent der Anleger würden hierzulande Investmentfonds oder Aktien besitzen.

Die vorsichtige Anlagestrategie ist laut Morningstar nicht nur typisch für Deutschland, auch Anleger in Ländern wie Frankreich und Japan agieren risikoaverser. Das liegt den Analysten zufolge an der Sozialstruktur: Anleger aus Ländern mit leistungsorientierten Altersvorsorgesystemen, einer allgemeinen Gesundheitsversorgung und einem umfassenden Sozialversicherungsnetz agieren meist konservativer und gehen ein geringeres Risiko am Aktienmarkt ein. Gleichzeitig gewinnt die private Altersvorsorge bei ihnen weiter an Stellenwert, da immer mehr Anleger ein Bewusstsein für die Anfälligkeit der öffentlichen Finanzen und Rentensysteme entwickeln.

Europäer bevorzugen Immobilien 
In Europa haben viele Anleger festverzinsliche Anlagen und Versicherungsprodukte im Portfolio. Auch Immobilien spielen hier eine große Rolle: Europäische Anleger bevorzugen es, ihr Vermögen durch Immobilien statt am Finanzmarkt aufzubauen. Zudem legen sie viel Wert auf Nachhaltigkeit, die Region Asien-Pazifik hängt hier beispielsweise hinterher. (fp)