Die Umsetzung der Finanzmarktrichtlinie Mifid II beschert Vermögensverwaltern einen erheblichen Aufwand. Doch nach dem anfänglichen Schreck schaufeln sich die Anbieter wieder mehr Zeit für den Kundenkontakt frei. Dies zeigt eine Umfrage des Instituts für Vermögensverwaltung (InVV) an der Technischen Hochschule Aschaffenburg. Demnach gab immerhin gut ein Drittel der Vermögensverwalter an, dass sie wieder mehr Kontakt zu Kunden hätten als vor Mifid II.

Dies wertet Institutsleiter und Studieninitiator Professor Hartwig Webersinke als "ein Zeichen, das die Branche die Anforderungen durch Mifid II zunehmend besser integriert". Alles in allem wenden die befragten Vermögensverwalter im Schnitt 39 Prozent ihrer Arbeitszeit für den Kontakt mit Kunden auf, so das Ergebnis der Umfrage. Bei der sechsten Studie des InVV nahmen 154 der rund 400 unabhängigen Vermögensverwalter in Deutschland teil. Die befragten Unternehmen verwalten ein Vermögen von rund 100 Milliarden Euro.

Zeit für Bürokratie
Dennoch frisst die Erfüllung der regulatorischen Auflagen nach wie vor viel Zeit. Dies trifft insbesondere die kleineren Häuser hart. Anbieter mit einem verwalteten Vermögen von weniger als 150 Millionen Euro wenden 33 Prozent ihrer Arbeitszeit für das Abarbeiten der Vorschriften auf. Häuser mit einem betreuten Volumen von mehr als 150 Millionen benötigen dafür lediglich ein knappes Viertel ihrer Arbeitszeit.

Das schlägt sich auch in den Kosten nieder. "Häuser mit einem verwalteten Vermögen unter 50 Millionen Euro geben mit 19 Prozent knapp ein Fünftel ihres Budgets für regulatorische Dinge aus", sagt Webersinke. Vermögensverwaltungen mit einem Volumen von mehr als 150 Millionen Euro kämen hingegen mit einem Budgetanteil von knapp 14 Prozent deutlich besser weg. (ert)