Trotz Corona-Krise konnten Versicherungsmakler und unabhängige Finanzanlagenvermittler im vergangenen Jahr ihren Gewinn und ihren Umsatz im Schnitt steigern. Allerdings haben nicht alle von der Entwicklung gleichermaßen profitieren können, sondern in erster Linie die größeren Einheiten.

Das zeigt das 13. Vermittlerbarometer des AfW Bundesverbandes Finanzdienstleistungen, an dem im November 2020 über 1.250 Vermittler teilgenommen hatten. Von diesen waren verfügten über 90 Prozent über eine Zulassung als Makler so der Verband in einer Mitteilung. 66 Prozent hatten eine Erlaubnis als Finanzvermittler gemäß Paragraf 34f Gewerbeordnung (GewO); Mehrfachnennungen waren möglich. Eine Umfrage, die sich vornehmlich auf gebundene Versicherungsvertreter fokussierte, lieferte der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute bereits im vergangenen Herbst.

Knapp 5.000 Euro mehr in der Tasche
In konkreten Zahlen ausgedrückt erzielten die unabhängigen Vermittler 2020 einen durchschnittlichen Gewinn von 59.850 Euro. Dieser Wert aus der aktuellen AfW-Umfrage liegt damit 4.850 Euro über dem Vorjahreswert. Dennoch bleiben mehr als die Hälfte der Vermittler (55%) unter einem Gewinn von 50.000 pro Jahr, und nur 16 Prozent der Befragten geben einen Gewinn von über 100.000 Euro an (siehe Grafik).

Der Umsatz stieg im Durchschnitt auf 120.000 Euro, ein Plus von elf Prozent. Die Umfrage ergab ferner, dass diejenigen, die höhere Erlöse ausweisen konnten, zu jener Beratergruppe gehören, die ohnehin mehr als 100.000 Euro Umsatz generieren. Die Gruppe der Vermittler dagegen, deren Umsätze maximal 50.000 Euro betragen, mussten Einbußen hinnehmen (siehe Grafik). Das gleiche Bild zeigt sich auch bei den Gewinnen.

Unrentable Unternehmen geben auf
"Die Erhöhung des durchschnittlichen Gewinns resultiert daraus, dass kleine und unrentablere Vermittlerbüros aufgeben oder von größeren Unternehmen übernommen werden, die dann effizienter mit den Beständen arbeiten können. Hinzu kommt, dass durch den vermehrten Einsatz digitaler Technik viele Prozesse optimiert wurden. "Die Digitalisierung führte zu mehr Effizienz, besserer Kundenkommunikation und damit in der Breite zu weiter guten Umsätzen", erklärt AfW-Vorstand Frank Rottenbacher.

"Im Schnitt sind die unabhängigen VermittlerInnen bisher erstaunlich gut durch die Corona-Krise gekommen. Viele sind in der Krise proaktiv auf ihre Kunden zugegangen, haben Flagge gezeigt und Hilfe angeboten. Das ist das Ergebnis schneller und flexibler Anpassung an die neuen Rahmenbedingungen sowie harter Arbeit", so das Fazit Rottenbachers. (jb)