Berenberg hat zusammen mit Universal-Investment den flexiblen Multi-Asset-Fonds Berenberg Variato aufgelegt. "In dem Fonds werden die besten Ideen der Berenberg-Plattform gebündelt", heißt es in einer Mitteilung der Hamburger Privatbank. Verantwortlich für das Portfolio ist Bernd Meyer, Leiter Multi-Asset und Chefanlagestratege. Zum Managementteam gehören auch Ulrich Urbahn, Leiter Multi-Asset Strategy & Research, sowie Henning Gebhardt, Chef der Berenberg-Sparte Wealth and Asset Management. Die Zielrendite des Berenberg Variato liegt bei vier Prozent per annum über fünf Jahre.

Damit lanciert Berenberg seinen ersten flexiblen vermögensverwaltenden Fonds für ein breites Publikum. Die Bank hatte zwar bereits vor gut zehn Jahren eine Mischfonds-Serie namens "1590" – benannt nach dem Gründungsjahr des Instituts – aufgelegt, diese Produkte sind aber Kunden der eigenen Vermögensverwaltung und von kooperierenden Sparkassen vorbehalten. Der 2008 lancierte Berenberg Diversified UI wird breiter vermarktet, darf allerdings nur maximal 50 Prozent seiner Mittel in Aktien anlegen. Der 2010 aufgelegte Berenberg Strategy Allocation wiederum genießt mit Blick auf die Aktienquote zwar größere Freiheiten, folgt aber einem quantitativen, volatilitätsgesteuerten Modell. Insofern stellt der Variato eine echte Erweiterung der Produktpalette da.



Kein Vergleichsindex, keine Bandbreiten
Der neue Fonds orientiert sich nicht an einem Vergleichsindex, auch auf Bandbreiten für verschiedene Vermögensklassen wird verzichtet. Kombiniert werden sollen die verschiedensten Investmentideen aus unterschiedlichen Asset-Klassen und Regionen mit Themeninvestments und taktischen Opportunitäten. Meyer und seine Kollegen können in Einzeltitel, Fonds, ETFs und Derivate investieren. Ziel ist ein Portfolio mit rund 25 bis 45 Positionen. "ESG-konforme Anlagen werden wenn möglich bevorzugt", heißt es in der Pressemitteilung.

Berenberg zufolge ist derzeit ein guter Zeitpunkt für den Start eines opportunistisch agierenden Fonds. So habe sich die Struktur der Finanzmärke in den vergangenen Jahren stark verändert, etwa durch die zunehmende Regulierung und den Aufstieg elektronischer Handelssysteme. Zudem habe sich das Investorenverhalten geändert: Anleger agierten zunehmend prozyklisch und gleichgerichtet. "Eine Folge ist, dass die Anzahl kurzfristiger Korrekturbewegungen zunimmt", betont die Hamburger Privatbank. "In einem solchen Umfeld ergeben sich viele Investitionsgelegenheiten für opportunistische Investoren wie den Berenberg Variato."

"Ein 'echtes' Multi-Asset-Portfolio mit hohen Freiheitsgraden"
"Der Berenberg Variato ist ein 'echtes' Multi-Asset-Portfolio mit hohen Freiheitsgraden – kein Investmentansatz mit vornehmlich Aktieninvestments und erhöhter Cash- oder Gold-Quote", sagt Meyer. "Er ist zudem eine Art 'Best of Berenberg'. Wir bündeln das gesammelte Wissen unserer Plattform und ergänzen diese Einzelexpertise um Spezialthemen."

Hält der neue Fonds sein Versprechen, kann er perspektivisch zum Aushängeschild des Vermögensverwalters werden. Umgekehrt setzt sich die Privatbank einem gewissen Reputationsrisiko aus: Eine schlechte Performance könnte auf das gesamte Haus zurückfallen, gerade weil der Fonds als "Best of Berenberg" vermarktet wird.

Der Berenberg Variato mit Anteilsklassen für institutionelle Investoren, semi-institutionelle Anleger und Privatkunden ist in Deutschland und in Luxemburg zum Vertrieb zugelassen. Österreich und die Schweiz sollen in Kürze folgen. (bm)